nach oben
06.03.2017

Legal, aber anrüchig: ActiveCar wirbt mit „möglichem“ Nebenverdienst

Pforzheim. Es klingt alles so verlockend: In einem Inserat wird die Möglichkeit angeboten, durch Autowerbung dem eigenen Fahrzeug ein Zusatzeinkommen von bis zu 450 Euro monatlich zu erzielen. Leo H. (Name geändert) meldet sich unter der angegebenen Rufnummer, und schon bald darauf bekommt er Besuch vom Außendienstmitarbeiter der Firma ActiveCar (Berlin).

Leo H. schildert den Besuch wie folgt: Der Vertreter dieser Firma habe versucht, ihm in den höchsten Tönen die Verdienstmöglichkeiten mit der Vermietung von Werbeflächen auf Autos schmackhaft zu machen: 450 Euro monatlich steuerfrei, da es im Steuergesetz eine entsprechende Lücke für Autowerbung von Privatpersonen gebe. Er habe erklärt, dass – nachdem H.s Fahrzeug in eine Datei der Firma aufgenommen worden sei – der Kunde Vorschläge für Autowerbung bekommen und nach Annahme durch H. einen Werbevertrag erhalten werde. Der Werbevertrag würde über 24 Monate laufen und könnte dann – „wie bei 99 Prozent der Kunden“ nach Absprache verlängert werden. Aber H. müsse vorab 219 Euro für die Aufnahme in diese Kartei bezahlen.Von ActiveCar war keine Stellungnahme zu erhalten – jedoch von der Advema GmbH (Dresden), der beauftragte Vertriebsdienstleister der Cura Internetwerbung GmbH, die wiederum Eigentümer der Plattform ActiveCar ist.

Miro Drechsel (Advema) spricht von „etwas Geduld“, die „oftmals benötigt“ werde, bis Fahrzeughalter angeschrieben würden und stellt ebenfalls klar, das Zustandekommen des Werbevertrags liege „ausschließlich in den Händen unserer Kunden“. Man habe auf die Vergabe keinen Einfluss. Drechsel: „Ein Inserieren bei uns kann nicht gleichgesetzt werden mit einem garantierten Nebenverdienst.“

Was Micaela M. und Leo H. betrifft, wolle man „hinsichtlich der geführten Beratung einen Reklamationsfall eröffnen“.Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.