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Eine Chance für junge Arbeitslose aus Portugal: CDU-Politiker Gunther Krichbaum, „Parkhotel“-Chefin Andrea Scheidtweiler, Andre Dias und Fabio Luis (vorn von links), Küchenchef Markus Schattmann und Ute Hötzer (hinten, rechts) in der Küche des „Parkhotels“. Foto: Ketterl
Eine Chance für junge Arbeitslose aus Portugal: CDU-Politiker Gunther Krichbaum, „Parkhotel“-Chefin Andrea Scheidtweiler, Andre Dias und Fabio Luis (vorn von links), Küchenchef Markus Schattmann und Ute Hötzer (hinten, rechts) in der Küche des „Parkhotels“. Foto: Ketterl
27.07.2016

Lehrlinge aus Europa füllen Lücke in der Gastronomie

Pforzheim. Seit einem Jahr sind Fabio Luis und Andre Dias, beide 26 Jahre alt, ehemals arbeitslos und aus Lissabon, im Küchen-Ausbildungsteam des „Parkhotels“ beschäftigt. Dort lernen laut Küchenchef Markus Schattmann insgesamt sechs Lehrlinge die Kunst des gehobenen Kochens.

Andre Dias könnte sich gut vorstellen, nach Beendigung seiner Lehre in Deutschland Karriere zu machen. Er freut sich über die Chance, die er durch das Bundesprogramm MobiProEU bekommen hat. Denn er kommt aus einem der südeuropäischen Länder, die im Schnitt 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit ausweisen, sagt der Vorsitzende des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union des Deutschen Bundestages Gunther Krichbaum. Der CDU-Politiker hat sich gestern von der Effizienz des auslaufenden europäischen Programms im Parkhotel überzeugt. Geschäftsführerin Andrea Scheidtweiler sucht aktuell zwei Kochlehrlinge für ihr Hotel in Teinach – bislang konnte ihr aber auch das Nachfolge-Programm MobiPro2 nicht das gewünschte Personal zur Verfügung stellen. Mit Blick auf den Fachkräftemangel sei das Programm äußerst sinnvoll, sagt sie. Krichbaum geht davon aus, dass es ein weiteres Folgeprojekt geben wird. Das Geld sei bereits eingestellt.

Neuauflage scheiterte

Vor einiger Zeit hatte Andrea Scheidtweiler auf eigene Faust und mit viel Mühen fünf junge Sarden zur Ausbildung nach Deutschland geholt. Eine Neuauflage scheiterte, weil die Berufsschulen nicht kooperieren wollten. Der Beschäftigungsträger Q-Prints ist jetzt der Garant für den Erfolg des Projekts in der Region Nordschwarzwald. Er begleitet zum zweiten Mal 23 junge Erwachsende aus Spanien, Portugal und zwei aus Italien bei ihrer Ausbildung in der Gastronomie und in den Bereichen Handwerk und Informatik. Aus der ersten Tranche sind 16 von 22 Bewerbern übriggeblieben. Die Verständigung sei ein Problem gewesen, erinnert sich Schattmann. Q-Prints sorge dafür, dass der Deutschunterricht nicht nur an der Berufsschule stattfindet, sondern auch in den eigenen Räumlichkeiten, erklärt Geschäftsführerin Ute Hötzer. Auch wenn mancher nach der Ausbildung in seine Heimat zurücklehre, sei das für die oft strukturschwachen Gegenden ein Gewinn, so Krichbaum.