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Ganz genau betrachten die zahlreichen Besucher die besonderen Ausstellungsstücke der Schüler. Foto: Fischle
Ganz genau betrachten die zahlreichen Besucher die besonderen Ausstellungsstücke der Schüler. Foto: Fischle
18.05.2018

Lernwerkstatt des Schmuckmuseums feiert kleines Jubiläum

Pforzheim. Bereits im zehnten Jahr in Folge hatten Lehrer des Theodor-Heuss-Gymnasiums Mühlacker gemeinsam mit dem Schmuckmuseum im Reuchlinhaus eine Lernwerkstatt zum Thema Schmuck organisiert.

Etwa 70 Schüler mit Wahlfach „Naturwissenschaft und Technik“ aus drei Klassen lernten in dem Projekt, wie aus einer Idee ein Produkt entsteht und was Schmuck mit Physik zu tun hat.

Umfassende Recherche

Bei der Abschlusspräsentation am Mittwochabend im Reuchlinhaus gewährten die Schüler einen Einblick in ihr realitätsnahes und erlebnisorientiertes Projekt, in dessen Rahmen sie verschiedene öffentliche und betriebliche Einrichtungen besuchten. „Exemplarisch für jedes Produkt auf dem Markt, lernen Schüler bei diesem Projekt, welche Bedingungen notwendig sind, um ein Produkt herzustellen“, erklärte Katja Poljanac von der Kunstvermittlung des Schmuckmuseums. Sie unterstützt die Schüler und Lehrer immer wieder gerne, auch sei es eine Möglichkeit, Mädchen für Technik zu begeistern.

Im Stadtarchiv, dem Technischen Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie, den „Schmuckwelten“ und der Firma Loss Feinguss hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, mehr über die kulturhistorischen, technischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekte der Schmuckproduktion zu erfahren. Schüler Lukas Geppert betonte: „Es hat Spaß gemacht, im schmucktechnischen Museum die handwerkliche und geschichtliche Seite kennenzulernen.“ Auf Grundlage eigener Entwürfe stellten sie später im Reuchlinhaus erste eigene Arbeiten in Form von Ketten und Ringen her.

In der Goldstadt sitzen neben zahlreichen Schmuckfirmen hauptsächlich Firmen im Bereich Feinmechanik. Pforzheim sei besonders stark in der metallverarbeiteten Präzisionstechnik, erklärte Oberbürgermeister Peter Boch im Interview mit „Wirtschaftskraft“.

Poljanac weist darauf hin, dass viele Firmen in der Metallurgie einst Schmuckfirmen gewesen seien, heute stellten sie beispielsweise dentaltechnische Produkte wie Zahnspangen her. Deshalb helfe das museumspädagogische Projekt den Schülern auch bei der Berufsorientierung.

„Feuerwerk an Fantasie“

Bereitwillig stemmt das Lehrerkollegium dieses besondere Projekt Jahr für Jahr zugunsten der Schüler. Im Rahmen der Abschlusspräsentation feierten sie und ihre Schüler gemeinsam mit ihren Unterstützern vom Schmuckmuseum den gelungenen Projektabschluss. Bei den zahlreichen Besuchern fanden die Stücke großen Anklang.

„Die Schmuckkreationen der Schüler überraschen jedes Jahr mit einem Feuerwerk an Fantasie und einfallsreichen Materialkombinationen“, befand Isabel Schmidt-Mappes.