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Sie helfen Schülern mit schwachen Deutschkenntnissen: Helmut Wienert, Elfriede Boyken-Henze, Lilli Gros und Fritz Schönthaler von „Bürger in der Schule aktiv“ (von links).
Sie helfen Schülern mit schwachen Deutschkenntnissen: Helmut Wienert, Elfriede Boyken-Henze, Lilli Gros und Fritz Schönthaler von „Bürger in der Schule aktiv“ (von links).
13.10.2015

Lesepaten öffnen die Tür zur Sprache - Wegen Asylsuchenden wächst Förderbedarf

Pforzheim. Sie lesen mit den Kindern, sprechen, spielen oder büffeln Unterrichtsstoff: Die 141 Ehrenamtlichen von „Bürger in der Schule aktiv“ (BiSa) unterstützen Schüler mit schwachen Deutschkenntnissen. Doch angesichts der steigenden Zahl an Asylsuchenden wächst auch der Förderbedarf.

Die Sommerferien hatten es für Helmut Wienert in sich: Jeden Tag hat der ehemalige Pforzheimer Hochschul-Professor mit zwei syrischen Flüchtlingskindern intensiv gearbeitet. Vier Mal die Woche, dreieinhalb Stunden täglich, brachte er dem 14-jährigen Jungen und seiner 16-jährigen Schwester die neue Sprache näher, ließ sie Wörter vom Arabischen ins Deutsche, Französische und Englische übersetzen. Ging mit ihnen das menschliche Auge oder die konstante Beschleunigung durch, übte Mathe-Aufgaben. Mittlerweile haben die beiden deutliche Fortschritte gemacht und besuchen nun das Kepler-Gymnasium.

„Wenn man in der Schule sitzt und nur jeden dritten Satz versteht, ist man raus. Der Schlüssel zu allem ist die Sprache“, sagt Wienert und spricht damit den anderen Aktiven von „Bürger in der Schule aktiv“ (BiSa) aus dem Herzen. Insgesamt 141 Ehrenamtliche begleiten an Pforzheimer Schulen, im häuslichen Umfeld oder im Lernkreis Schüler mit geringen Deutschkenntnissen. „Wir haben sehr viele Flüchtlinge, die hierher kommen, daher wollen wir für dieses Thema sensibilisieren und weitere Aktive gewinnen“, sagt BiSa-Vorsitzende Lilli Gros. Vor allem an Gymnasien könne man den Bedarf noch nicht abdecken. Bislang kümmern sich die meisten der Lesepaten – Ruheständler oder Studenten – um Grundschüler.

Mindestens einmal pro Woche sollten sich die Lesepaten Zeit für ihre Schützlinge nehmen, Spaß und Geduld am Umgang mit Kindern haben und idealerweise didaktisch-pädagogische Fähigkeiten mitbringen. Für die Betreuung von Gymnasiasten sind zudem Kenntnisse des Abiturstoffs sinnvoll.

Wer Interesse an einer Lesepatenschaft hat, kann sich bei Lilli Gros telefonisch unter (07231) 29 96 02 oder per Mail an lilli.gros@web.de melden.