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Zuvor hatten dort etliche Schlösser romantische Zeichen gesetzt.  PZ-Archiv
Zuvor hatten dort etliche Schlösser romantische Zeichen gesetzt. PZ-Archiv
Freigeräumt ist das Geländer des Emilienstegs. Um dem Rost Einhalt zu gebieten, hat die Stadtverwaltung nun doch eingegriffen.
Freigeräumt ist das Geländer des Emilienstegs. Um dem Rost Einhalt zu gebieten, hat die Stadtverwaltung nun doch eingegriffen.
18.04.2017

Leserfrage: Warum wurden am Emiliensteg die Liebesschlösser entfernt?

Immer mehr Liebesbotschaften und Treueschwüre zierten den Emiliensteg. Nun sind die von Paaren angebrachten Vorhängeschlösser weg. Warum, will PZ-Leser Klaus Burgetsmaier wissen.

Wiederholt hat die PZ über diesen Brauch berichtet, der in anderen Städten Tradition hat und zuletzt auch in Pforzheim zum Trend wurde. An den Geländern mehrerer Brücken in der Goldstadt prangten immer mehr solcher Liebesschlösser, etwa im Enzauenpark, aber auch am Emiliensteg über die Enz gleich beim Turnplatz. In der Vergangenheit hatten Harald Kuch vom Grünflächen- und Tiefbauamt sowie der Ordnungsamtsleiter Wolfgang Raff wiederholt beteuert, dass die Stadtverwaltung nichts gegen diese romantischen Zeichen unternehmen werde, solange die Korrosion nicht überhandnehme und die Schlösser nicht „baurechtlich relevant“ würden. Das war nun der Fall, wie der städtische Sprecher Philip Mukherjee auf PZ-Nachfrage berichtet.

Lieb und teuer

Alte Liebe rostet eben doch. Denn die Liebesschlösser hätten dazu geführt, dass sich am Brückengeländer zunehmend der Rost Bahn brach. Die Treueschwüre gingen an die Substanz. Deshalb wurden die Schlösser entfernt, aber nicht weggeworfen. Laut Mukherjee werden sie beim Grünflächen- und Tiefbauamt aufbewahrt und können dort abgeholt werden. Nicht nur besagte Paare, sondern auch städtische Mitarbeiter haben also offensichtlich eine romantische Ader.

Dass die von Herzen kommenden Zeichen zum Problem werden können, mussten Liebende auch andernorts bereits erfahren. Am Ulmer Münster etwa müssen solche mit Initialien gravierten Vorhängeschlösser regelmäßig abgezwickt werden, um das Gotteshaus zu schonen. In Bremen wurden an einer in Mitleidenschaft gezogenen Fußgängerbrücke Warnschilder angebracht – mit dickem roten Balken über einem Schloss-Symbol. In Rom war der Brauch schon im Jahr 2007 verboten worden, nachdem eine voll behängte Laterne umgestürzt war. Kurz darauf schuf man durch Poller mit dazwischen gespannten Ketten Alternativen.

Solche Aktionen sind lieb, aber zuweilen auch teuer. Saftige Strafen drohen Pärchen, die in Berlin oder Venedig im öffentlichen Raum Vorhängeschlösser befestigen – in der italienischen Lagunenstadt kann das in die Tausende gehen. 

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