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Kaum hatte der Dirndlabend mit den „Romanticas“ begonnen, strömten die Besucher auf den Marktplatz – und es wurden zu späterer Stunde immer mehr. Immer stärker wird die Magnetwirkung des OechsleFests. Foto: Ketterl, PZ-Archiv
Kaum hatte der Dirndlabend mit den „Romanticas“ begonnen, strömten die Besucher auf den Marktplatz – und es wurden zu späterer Stunde immer mehr. Immer stärker wird die Magnetwirkung des OechsleFests. Foto: Ketterl, PZ-Archiv
13.09.2017

Leserfrage: Wie viele Besucher waren es denn nun beim OechsleFest?

Insgesamt bis zu 250 000 Besucher beim OechsleFest? PZ-Leser Thomas Weckerle hat nach dem 17-tägigen Spektakel, das am Sonntag vor einer Woche zu Ende ging, so seine Zweifel. Die PZ zeigt auf, warum es so schwierig ist, für diese Veranstaltung Zahlen zu nennen und wieso die Schätzungen durchaus realistisch sein könnten.

Thomas Weckerle hat nach der PZ-Bilanz zum 32. OechsleFest gestutzt und selbst Berechnungen angestellt. Er schreibt: „Ich konnte zwar keine Daten über die Sitzplatzkapazität des Fests finden, habe aber deshalb nur mal mit zwei Zahlen gespielt und komme zu folgenden unglaubwürdigen Ergebnissen: Es wurden an 17 Tagen circa 6000 Liter Wein an 250 000 Besucher ausgeschenkt. Das ergäbe an jedem (!) der 17 Tage 14 700 Besucher. Dabei hätte dann jeder Besucher im Schnitt nur ein Schnapsglas Wein (0,025 Liter) genossen.“

Tatsächlich stehen die Veranstalter wie die Berichterstatter jedes Jahr vor dem Problem, einigermaßen verlässliche Besucherzahlen fürs OechsleFest zu bennnen. Weil der Zugang von allen Seiten des Marktplatzes möglich ist, keine Karten ausgegeben werden und kein Eintritt erhoben wird, bleibt nur das Schätzen.

Weckerles Ansatz zur Frequenz-Ermittlung mittels des Weinkonsums ist durchaus pfiffig, hat aber leider eine falsche Variable. Denn es gingen zwar 6000 bis 8000 Liter Oechsle-Wein über die Tresen, doch unter diese Bezeichnung fallen nur die drei speziell kreierten Sorten „Oechsle-Gold“, Oechsle-Rosé“ und „Oechsle-Rubin“. Insgesamt hatten die sieben Festwirte aber 180 unterschiedliche Weine im Angebot. Wie Citymanager Rüdiger Fricke auf PZ-Nachfrage berichtet, erfreuen sich gerade die höherpreisigen Tropfen immer größerer Beliebtheit. Ebenfalls in dieser Leser-Kalkulation unberücksichtigt bleiben Sekt, Secco oder Mix-Getränke, zu denen insbesondere jüngere Gäste gern greifen. Und natürlich gibt es da auch noch die alkoholfreien Erfrischungen wie Mineralwasser, Johannisbeer- oder Rhabarber-Schorle, die laut Wirtesprecher Frank Daudert an den etlichen heißen Tagen den geistreichen Getränken den Rang abliefen.

Bliebe zur Berechnung die Kapazität. Wenn der Marktplatz etwa an einem der besonders stark frequentierten Themenabende voll besetzt ist, befinden sich dort gut 6000 Gäste. Das ist allerdings eine Momentaufnahme. Es herrscht ein stetes Kommen und Gehen. So können an solch einem Abend schon mal locker 10 000 Besucher zusammenkommen.

Schlussendlich sind nach Frickes Angaben an einem Oechsle-Tag drei Intervalle zu beobachten. Etliche Gäste kommen zum Mittagstisch, bei dem 2000 Gäste keine Seltenheit sind, andere feiern mit der ersten Live-Band am Nachmittag, das Gros der Besucher setzt auf das abendliche Erlebnis mit der zweiten Formation auf der Bühne und dem launigen Begleitprogramm.

Würde man also einen durchaus realistisch erscheinenden täglichen Durchschnitt von 14 000 Besuchern zugrundelegen, käme man auf die Gesamtzahl von 238 000 Gästen. Schon früher, als das OechsleFest nur elf Tage dauerte, hatten die Veranstalter die Frequenz laut Fricke auf 200 000 Besucher geschätzt. Da nun sechs Tage länger gefeiert wird und der Platz voller denn je erscheint, scheinen auch die aktuellen Zahlen nicht aus der Luft gegriffen.

So oder so: Was wirklich zählt, ist die gute Laune in und vor den Lauben. Und an der hatten Beobachter erneut keinen Zweifel.