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Sie haben Spaß am Lesen – und wollen das auch vermitteln: Die Schüler der Lesescouts-AG am Hilda-Gymnasium mit Deutschlehrerin Mirja-Stefanie Schweigert (rechts) und Evelyn Gangl von der „Stiftung Lesen“ in Mainz. Foto: Falk
Sie haben Spaß am Lesen – und wollen das auch vermitteln: Die Schüler der Lesescouts-AG am Hilda-Gymnasium mit Deutschlehrerin Mirja-Stefanie Schweigert (rechts) und Evelyn Gangl von der „Stiftung Lesen“ in Mainz. Foto: Falk
09.02.2018

Lesescouts am Hilda-Gymnasium: Freude am Lesen weitergeben

Pforzheim. Manche Kinder sind richtige Leseratten – und andere eben nicht. Um weniger lesebegeisterten Schülern den Blick ins Buch zu erleichtern, gibt es am Hilda-Gymnasium die Lesescouts-AG. Vor drei Jahren wurden dort erstmals von Deutschlehrerin Mirja-Stefanie Schweigert 25 Schüler zu Lesepaten ausgebildet. Gesponsert wird das Ganze von der „Stiftung Lesen“ aus Mainz, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Lesekompetenz bei Kindern zu fördern. Das Pforzheimer Gymnasium ist dabei eine von nur zehn Schulen im Bundesland, das unterstützt wird, und die einzige in der Goldstadt.

Am Mittwochvormittag war Evelyn Gangl von der Stiftung am Hilda zu Besuch. Die Literaturpädagogin veranstaltete für die im aktuellen Schuljahr rund 20 AG-Teilnehmern den bereits vierten Workshop am Hilda-Gymnasium. „Eigentlich sind für jede Schule nur zwei angesetzt“, so Gangl. Da die Hilda-Schüler beim Projekt Lesescouts aber besonders aktiv seien und noch Geld übrig war, gab es noch einmal zwei Workshops.

Wöchentliche Treffen

Einmal die Woche treffen sich Lou, Annika und die anderen Schüler mit ihren Lesepatenkindern in der schuleigenen Bibliothek. Die Kinder, die gefördert werden sollen, sind in der Unterstufe und haben aus den verschiedensten Gründen Probleme beim Lesen. Lou zum Beispiel betreut ein Mädchen, bei dem zuhause kaum Deutsch gesprochen werde. Deshalb verschlucke die Schülerin oft Buchstaben. Die Lesescouts haben versucht, für ihre Lesepatenkinder Bücher auszusuchen, die sie auch wirklich interessieren. „Die Texte müssen spannend sein“, meint auch Literaturpädagogin Gangl.

Schülerin Annika etwa betreut einen Jungen, der sich einen Hund wünscht, doch seine Eltern erlauben es nicht. Also liest sie mit ihm das Buch „Fünf Hunde im Gepäck“, in dem es um einen gleichaltrigen Jungen mit dem selben Problem geht.

Die Kinder müssen sich mit dem, was sie lesen, identifizieren können, meint Evelyn Gangl: „Die Sprache muss passen.“ Ideal sei es, wenn die Protagonisten im Buch etwa im gleichen Alter seien, wie der Leser, oder einen Tick älter. Eine gute Methode sei auch, Bücher aus Fortsetzungsreihen auszuwählen. „Wenn die Kinder einmal Feuer und Flamme sind, wollen sie auch die restlichen Teile noch lesen“, so die Literaturpädagogin. Ein weiterer Tipp von Gangl ist es, die Kinder selbst zum Schreiben zu animieren, denn dann würden sie hinterher auch lieber lesen. Wie das geht, erklärte sie den Lesescouts am Mittwoch im Workshop. Immer in Zweierteams sollten die Schüler einen Traum aufschreiben beziehungsweise malen. Dann wurden die Blätter weitergegeben, und die nächste Gruppe musste den Traum weitererzählen. Am Ende kam eine Geschichte mit Einleitung, Hauptteil und Schluss heraus. Das Gleiche sollen die Lesepaten beim nächsten Mal mit den Unterstufenschülern machen.

Lehrerin Mirja-Stefanie Schweigert leitet die AG nun im dritten Schuljahr in Folge. Jedes Jahr kämen neue Lesepaten dazu. Die Schüler gehen auch in Kindergärten und Grundschulen, um Kindern dort die Freude am Lesen zu vermitteln.