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Einige Texte ihres Buchs trug Claudia Gliemann im PZ-Forum auch in gesungener Form mit Gitarrenbegleitung vor. Foto: Meyer
Einige Texte ihres Buchs trug Claudia Gliemann im PZ-Forum auch in gesungener Form mit Gitarrenbegleitung vor. Foto: Meyer
Wie man Kindern psychisch kranker Eltern helfen kann, diskutieren Claudia Gliemann, Jochen Stephan, Ingeborg Hartmann, Irina Wilhelm, Tim Wundschuh, Doris Möller-Espe und Marek Klimanski (von links) im PZ-Forum. Foto: Meyer
Wie man Kindern psychisch kranker Eltern helfen kann, diskutieren Claudia Gliemann, Jochen Stephan, Ingeborg Hartmann, Irina Wilhelm, Tim Wundschuh, Doris Möller-Espe und Marek Klimanski (von links) im PZ-Forum. Foto: Meyer
25.01.2018

Lesung zum Thema Depression im PZ-Forum: Starke Worte machen Mut

Pforzheim. Autorin Claudia Gliemann liest aus ihrem Kinderbuch „Papas Seele hat Schnupfen“, das von einem Kind mit einem depressiven Vater handelt. In der anschließenden Podiumsdiskussionen fordern Experten auch in Pforzheim mehr Aufmerksamkeit für die Thematik.

Sie kommt nicht plötzlich. Langsam schleicht sie sich in das Leben der Betroffenen ein. Dort verwandelt sie Freude in Trauer, Lachen in Weinen und den Alltag in die Hölle. Die Depression. Kinder, deren Eltern an psychischen Erkrankungen leiden, stehen dem genau so hilflos gegenüber wie die Erwachsenen.

Der Unterschied: Sie verstehen oft nicht, was vor sich geht. Und haben Angst zuzugeben, dass zuhause etwas nicht stimmt. Claudia Gliemann hat diese Hilflosigkeit in für Kinder verständliche Worte gefasst und die Geschichte „Papas Seele hat Schnupfen“ geschrieben. Darin erlebt die Hauptfigur Nele, wie ihr Vater immer trauriger wird. Sie will ihm helfen, ist aber auch wütend auf ihren Papa, der auf einmal so anders ist und für den sie sich am Ende schämt.

Bei der Lesung des 2014 erschienenen und mehrfach preisgekrönten Buchs mit Illustrationen von Nadia Faichnay im PZ-Forum, freute sich Gliemann über das Interesse auch vonseiten der Stadtverwaltung an der Veranstaltung, für die OB Peter Boch die Schirmherrschaft übernommen hatte. „Auf meiner Lesereise gab es bisher nie den Fall, dass eine ganze Stadt hinter diesem Thema stand“, erklärte die Autorin. Federführend für die Organisation der Lesung, bei der Gliemann auch eigens für Kinder komponierte Lieder zum Buch mit der Gitarre vortrug, war Doris Möller-Espe vom Kinderschutzbund (DKSB) in Kooperation mit PZ.

Offen gesprochen wurde in der im Anschluss an die Lesung vom stellvertretenden PZ-Chefredakteur Marek Klimanski und Müller-Espe moderierten Podiumsdiskussion, in der mit Ingeborg Hartmann vom beim Jugend- und Sozialamt angesiedelten sozialen Dienst, Tim Wundschuh vom Kinderschutzbund und Jochen Stephan von der psychiatrischen Tagesklinik in Eutingen Experten zum Thema am Tisch saßen. Mit Irina Wilhelm, deren 13-jähriger Sohn im Publikum war, kam auch eine Betroffene zu Wort.

Mehr lesen Sie am Freitag. in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.