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Sie hoffen auf eine neue Wirkstätte: Die letzten Mieter des Schloßbergzentrums Sylvia Andersch, Gönül Eksi, Alison Bussey und Bernd Schön (von links) brauchen für ihre Arbeit mit Jugendlichen einen Ort mit Perspektive. Foto: Meyer
Sie hoffen auf eine neue Wirkstätte: Die letzten Mieter des Schloßbergzentrums Sylvia Andersch, Gönül Eksi, Alison Bussey und Bernd Schön (von links) brauchen für ihre Arbeit mit Jugendlichen einen Ort mit Perspektive. Foto: Meyer
17.08.2018

Letzte Mieter des Schloßbergzentrums harren aus – wie geht es weiter?

Dort, wo früher die Suppenküche im Erdgeschoss des Schloßbergzentrums armen Menschen eine warme Mahlzeit versprach, liegen Leisten herum. Spanplatten halten die Treppe notdürftig zusammen. Tische und Stühle fehlen. Der Raum vermittelt die Atmosphäre eines Abbruchhauses.

Das Mobiliar des Stadtjugendrings habe der ökumenische Trägerverein der Vesperkirche wohl versehentlich mitgenommen, vermutet SjR-Geschäftsführerin Alison Bussey bei einem Rundgang. Die Möbel würden aber samt der leerstehenden Fläche gebraucht: Denn die restlichen Mieter in dem Gebäude bräuchten dringend mehr Räume. Im Gebäude Schloßberg 8 ist inzwischen ein Drittel der 740 Quadratmeter ungenutzt. Von außen bröckelt der Beton, Platten im Eingang sind lose, manche Treppenstufe abgebrochen. Die Suppenküche ist vor kurzem in neue Räume an der Kiehnlestraße umgezogen. Übrig geblieben sind die langjährigen Mieter Streetwork Innenstadt, die Beratungsstelle Auster und das Projekt Elisa der SjR Betriebs GmbH.

Angst vor größerem Schaden

Die Stadt hatte es im Jahr 2016 der evangelischen Kirche abgekauft, um sie für das städtebauliche Vorhaben Innenstadt-Ost abreißen zu können. Die Gebäude stehen nicht unter Denkmalschutz. Wann es soweit sein wird, hängt von dem Grundsatzentschluss ab, der noch in diesem Jahr gefällt werden soll. Dann müssten auch das Pfarramt (Schloßberg 10), die Kita der Michaelsgemeinde (Schloßberg 4) sowie die Chöre, die im Luthersaal (Schloßberg 6) proben, und der Verein Buntstift woanders untergebracht werden. Für die verbliebenen Mieter ist es eine schwierige Situation: Denn die Stadt beschränkt sich nur auf die notwendige Bauunterhaltung, Modernisierung oder größere Reparaturen seien nicht drin, vermutet Bussey. Und so läuft die unregelbare Heizung auch im Sommer, und das letzte Pissoir der einzigen Toilettenanlage, die im Erdgeschoss liegt, hat den Geist aufgegeben.

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