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Dimitrij Walter, Gert Hager, Andreas Kubisch und Peter Boch haben in Würm vor 400 Menschen gesprochen.
Dimitrij Walter, Gert Hager, Andreas Kubisch und Peter Boch haben in Würm vor 400 Menschen gesprochen. © Ketterl
03.05.2017

Letzte Runde vor der Wahl: OB-Kandidaten sprechen in Würm vor 400 Menschen

Nun also die offizielle Abschlussrunde für alle vier OB-Kandidaten im Stadtteil Würm, bevor es am Sonntag an die Wahlurne geht: In der vollbesetzten Würmtalhalle mit etwa 400 interessierten Bürgern standen sich am Mittwochabend die Kontrahenten ein sechstes und letztes Mal gegenüber, um Rede und Antwort zu geben. Die Wahlkampfstrapazen der vergangenen Wochen waren ihnen anzusehen.

Trotz vieler Gegensätze gab es Gemeinsamkeiten: Alle Kandidaten sprachen sich etwa für eine Stärkung der Ortsteile aus. Danach hatte German Fux im Anschluss an die Vorstellungsrunde gefragt. Dimitrij Walter (parteilos) versprach neue Wasserleitungen für Würm. Peter Boch (CDU) sind die Ortsteile insgesamt Herzensanliegen. Gert Hager (SPD) will die Ortsverwaltungen, Ortschaftsräte und Stadtteilbudgets erhalten und Andreas Kubisch (Liste Eltern) sieht die Not von Würm und Hohenwart in mangelnder Infrastruktur.
Ob die Kandidaten die Erweiterungsfläche der aus den Nähten platzenden Ottersteinschule für ein geplantes Asylbewerberheim opfern wollten, war eine weitere Frage. Boch möchte diese Erweiterungsfläche für die Schule nutzen, Kubisch ebenfalls. Walters Kommentar mit Blick auf den Bauträger dazu: „Da hat jemand ein gutes Geschäft gemacht.“ Er plädiere dafür, die Flüchtlinge als billige Arbeitskräfte für die Schulerweiterung einzusetzen. Sie kosteten 1000 Euro im Monat, während Schulkinder nicht genügend Bücher für den Unterricht hätten.

Gert Hager gab Einblick ins Verfahren, das noch nicht abgeschlossen sei. Geprüft werde eine Aufstockung der Schule und wie sich die zurückgehenden Zahlen der Werkrealschule auf die benötigten Räume auswirkten.
Zuvor hatte er sich bei der Vorstellungsrunde erneut mit seinem „Pforzheimer Weg“, der sowohl Bildung, als auch Wohnraumversorgung, Sicherheit und Integration sowie Wirtschaftsförderung vereint, positioniert. Die Stadt sei im Aufwind begriffen und die Arbeitslosigkeit gesunken.
Die Stadt stehe heute wie vor acht Jahren vor der Zwangsverwaltung, da herrsche Kontinuität, konterte Herausforderer Boch. Er punktete mit seinen Einlassungen zu einem schnellen Ausbau von Kitaplätzen, einer sauberen Stadt und der zu hohen Gewerbesteuer, die eine Ansiedlung von attraktiven Firmen verhindere.
Andreas Kubischlegte das Augenmerk stark auf die Themen Schule und Bildung, aber auch mehr Transparenz im Rathaus. Aus seiner Sicht sollte die Stadt die Kitas selbst errichten und nicht in private Hände geben.
Dimitrij Walter erklärte, warum er am Dienstagabend überraschend nicht an der von der PZ veranstalteten Podiumsdiskussion im Kulturhaus Osterfeld teilgenommen hatte. Er fühle sich von der Zeitung in die rechte Ecke gestellt, Fakten würden vertuscht. erklärte er.
Er plädierte für die Unterstützung des Theaters und des CongressCentrums. Das Thema sei Gert Hager im Wahlkampf abhanden gekommen, weil der sich lieber für mehr Kitaplätze einsetze. Boch und Hager warf er vor, um den heißen Brei herumzureden, wenn es um die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze gehe.

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