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Gert Hager wehrt sich gegen Vorwürfe von Wolfgang Kubicki, einem der beiden Strafverteidiger von Amtsvorgängerin Christel Augenstein im Derivate-Prozess. Foto: Meyer
Gert Hager wehrt sich gegen Vorwürfe von Wolfgang Kubicki, einem der beiden Strafverteidiger von Amtsvorgängerin Christel Augenstein im Derivate-Prozess. Foto: Meyer
Eine Lieblingsbeschäftigung Hagers (dritter von links): Spatenstiche für Firmen-Neu-oder Erweiterungsbauten. Foto: Ketterl/Archiv
Eine Lieblingsbeschäftigung Hagers (dritter von links): Spatenstiche für Firmen-Neu-oder Erweiterungsbauten. Foto: Ketterl/Archiv
Weggefährten: MIt dem aus Pforzheim stammenden Porsche-Betriebsratsvorsitzenden Uwe Hück besprach Hager zuletzt auch Porsche-Ansiedlungen in Pforzheim. Foto: Ketterl/Archiv
Weggefährten: MIt dem aus Pforzheim stammenden Porsche-Betriebsratsvorsitzenden Uwe Hück besprach Hager zuletzt auch Porsche-Ansiedlungen in Pforzheim. Foto: Ketterl/Archiv
07.07.2017

Letztes Wortgefecht: Scheidender OB Hager diskutiert noch ein Mal mit der PZ

Da sitzt er nun, zum letztem Mal. Zumindest in der Funktion als Pforzheimer OB. Dutzende Male ist Gert Hager bei der PZ zu Gast gewesen, hat Interviews gegeben, hat diskutiert, Redaktionsgespräche geführt – kurz: der am 7. Mai nach einer achtjährigen Amtszeit abgewählte OB hat stets versucht, seine Politik zu vermitteln.

Seine Vorstellung davon, wie die Stadt aus den Problemen herauszuführen ist, aus der wirtschaftlichen und finanziellen Strukturkrise mit hoher Arbeitslosigkeit, immensen Sozialausgaben, niedrigen Steuereinnahmen und dieser Trostlosigkeit im Vergleich mit den anderen, den prosperierenden Städten Baden-Württembergs. Kurz: aus der Misere, in der er die Stadt vorfand. Das Bürgerbeteiligungskonzept Masterplan, die Wirtschafts- und Finanzpolitik, den angepeilten Innenstadt-Umbau hat er vorgestellt, wieder und wieder, bienenfleißig, detailliert. Bis um 18 Uhr am Wahltag war er fest von seiner Wiederwahl überzeugt. War es den Pforzheimern zuviel? Zu viel angefangen, zu viel eingebunden, zu viele Details kommuniziert? Das hat sich der 54-Jährige auch gefragt. „Die Themen werden immer komplexer“, hat Hager erkannt, die Bürger seien dafür immer schwerer zu erreichen, immer kürzer würden die Aufmerksamkeitsspannen, oberflächlicher die Botschaften im Internet. „Die Strukturkrise erforderte es“, gibt sich der Sozialdemokrat selbst zur Antwort auf die Frage, ob er zu viel angepackt habe. Und ob er dem politischen Raum, dem unübersichtlichen Gemeinderat mit seinen zwölf Gruppierungen und der Notwendigkeit, für eine Mehrheit mindestens drei Fraktionen unter einen Hut zu bringen, zu viel abverlangt habe. „Ich habe es geschafft, zu allen Projekten Mehrheiten zu bekommen“, sagt Hager, „aber es hat extrem viel Zeit gekostet“. Und manchmal mehrere Anläufe, so zum Beispiel bei jedem Haushalt.

Nicht viel, was er ändern würde

Dennoch sind sie am Ende alle beschlossen worden, wie der Neubau des Omnibusbahnhofs, das Verkehrskonzept, die Aufwertungen rund um Sedanplatz und Dillsteiner Straße, zuletzt die – noch nicht begonnene – Umgestaltung und Aufwertung der Fußgängerzone, und im Gestaltungsprozess, immerhin, befindet sich die östliche Innenstadt. Die Arbeitslosigkeit ist mit 6,2 Prozent niedrig wie seit Jahrzehnten nicht, die Einwohnerzahl mit rund 125 000 hoch wie nie, die Einnahmen aus der Einkommensteuer wachsen Jahr um Jahr. „Das Thema Wohnstadt hätte ich vielleicht früher angehen sollen“, sinniert Hager, und manches, gerade zur Innenstadt, noch intensiver erklären oder vermitteln. Ansonsten hätte er, auch im Rückblick, nicht viel anders gemacht.

Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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