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Wolfgang Kubicki. Foto: dpa
Wolfgang Kubicki. Foto: dpa
19.07.2017

Liberalen-Star Kubicki verteidigt Augenstein im Derivate-Prozess

Pforzheim/Mannheim. Die Zeit der Unklarheit, wer wohl Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein vor der Wirtschaftskammer des Landgerichts Mannheim im Derivate-Prozess verteidigt, ist seit der gestrigen Pressevorschau des Gerichts vorbei: Es ist Augensteins prominenter FDP-Parteifreund, der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende der Liberalen, Wolfgang Kubicki, Rechtsanwalt in Kiel. Ebenso wie der ehemaligen Kämmerin Susanne Weishaar, stehen auch Augenstein – den beiden wird Untreue vorgeworfen – zwei Verteidiger zur Seite; Konrad Weber, kommissarischer Kämmerer, und dritter Angeklagter aus Pforzheim – vor Gericht wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue –, hat nur einen Verteidiger, zwei Banker der Großbank J. P. Morgan werden jeweils von zwei Rechtsanwälten vertreten. Angesetzt sind für den am Dienstag, 8. August, 9.30 Uhr, beginnenden Prozess bis voraussichtlich 18. Januar insgesamt 27 Verhandlungstage.

Aufgearbeitet wird juristisches Neuland – weshalb es auch Jahre dauerte von der ersten Beschlagnahme von Beweismitteln in den Privaträumen der Beschuldigten und im Rathaus bis zu einer Anklage der Schwerpunktstaatsanwaltschaft, ihrer Zulassung und schließlich der Terminierung. Laut Anklage soll die „Angeklagte Susanne W.“ – alle Nachnamen sind in der Mitteilung abgekürzt – ihr Amt als Stadtkämmerin 2002 mit dem Vorhaben angetreten haben, ein modernes Schuldenmanagement einzuführen. Ziel: eine günstigere Streuung der Risiken sowie die Reduzierung der Zinslast – mit Swaps, Derivate-Produkten, zunächst mit der Deutschen Bank, dann mit J. P. Morgan, um drohende Verluste auszugleichen. Alles am Gemeinderat vorbei. Es ging kräftig schief. Und nicht nur das: Der Stadt soll zumindest durch die zusätzlich angefallenen Gebühren ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden sein.

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