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Die Besucher bekommen auch beim 16. Lichterfest wieder ein Musik-Feuerwerk der Superlative geboten. Foto: Tilo Keller
Selbst Meister des Lichts: Valentin Hübner präsentiert bunte LED-Pois. Foto: Tilo Keller
Die ABBA-Coverband „A4u“ sorgt für Stimmung bei den Zuschauern. Foto: Lutz
26.07.2015

Lichtermeer in den Enzauen lockt 5000 Besucher

Das Lichterfest lockt zum 16. Mal rund 5000 Besucher in den Pforzheimer Enzauenpark. Das Höhenfeuerwerk sorgt mit einem Musical-Medley für Gänsehautstimmung.

Bildergalerie: Viel Lob fürs Lichterfest im Enzauenpark Pforzheim

Bereits vier Runden hat Luis um das Gelände des Lichterfests gedreht. „Bisher läuft alles gut, falls irgendwo ein Licht ausfällt, gebe ich das an meine Freunde weiter“, erklärt der Achtjährige. Seit 18 Uhr ist er, wie Tausende weitere Besucher, im Enzauenpark. Der Junge liebt das Fest und hat sich inzwischen mit einigen Mitarbeitern angefreundet. Wie Luis sind viele nicht zum ersten Mal dabei. „Wir kommen seit einigen Jahren, die Stimmung ist einfach immer gut, und das Feuerwerk ist jedes Mal einfach spitze“, sagt eine Besucherin, die sich bereits am frühen Abend mit ihrer Familie in der Nähe der Absperrung positioniert hat, gegen 23.30 Uhr freie Sicht auf den Himmel und somit den Höhepunkt des Abends zu haben.

Raketen und Ohrwürmer

„Viele Menschen rufen vorab an und wollen Tische reservieren“, sagt Frank Daudert, Pächter der Wirtschaft im Enzauenpark. Für ihn ist das Lichterfest eines der Highlights, nicht nur für den Enzauenpark, sondern für ganz Pforzheim. Gemeinsam mit Rüdiger Fricke und Bianca Alvino von der Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) liefen die Planungen für das Event schon zehn Wochen vor dem großen Abend auf Hochtouren. „Der Anspruch an das Lichterfest steigt jährlich. Wir wollen unseren alten Besuchern immer Neues bieten und mit der sorgfältigen Auswahl an Musik auch neue Gäste hinzugewinnen“, sagt Fricke. In diesem Jahr sind es Stücke aus den Musicals „Die Schöne und das Biest“, „Mamma Mia“, „Tarzan“, „We will rock you“, „König der Löwen“ und „Rocky“ auf, die das in 125 Meter Höhe geschossene Feuerwerk abgestimmt ist.

Aber auch am Boden ist einiges geboten. Noch während, rechtzeitig zum Beginn der Veranstaltung, die letzten Sonnenstrahlen den Park erhellen, heizt die Coverband „Funcover“ den Zuschauern vor der Bühne ein, gefolgt von der Abba-Revival Band „A4u“, die mit den größten Hits der Schweden die Masse zum Jubeln bringt. Zwischen den über 80 Lichtelementen in Bäumen, auf Mauern und den Wegrändern schlendern Pärchen und flitzen die Kinder. Bei diesen ist ein Laserschwert oder eine leuchtende LED-Kugel an einer Schnur, um sie kunstvoll in alle Richtungen schwingen zu können, das liebste Spielzeug des Abends und Valentin Hübner von „Illuart“ der König des Lichts. Blinkende Hasenohren, glitzernde Hüte und besagte Kugeln, in Fachkreisen „Lichtpois“ genannt – das Sortiment lässt nicht nur Kinderaugen leuchten. Hübner ist im Sommer fast jedes Wochenende auf einem Lichterfest unterwegs und bescheinigt der Pforzheimer Variante seine Klasse: „Es ist ein wirklich schönes Fest mit viel Programm, gerade auch für Kinder.“

Perfektion bis ins Detail

Während die Besuchermassen bei Bier, Cocktail und Bratwurst den Abend genießen, steigt abseits des Trubels die Spannung bei den Pyrotechnikern. Kreativer Kopf und Leiter ist Carol Braun, seit 20 Jahren im Geschäft und Pforzheimer mit Leib und Seele. „Für die Ausarbeitung dieses Feuerwerks stecke ich immer mehr Zeit und Herzblut hinein, als ich zugebe“, gesteht der Stadtrat. Im Februar wurde die Songauswahl getroffen, die vor allem den „richtigen Spannungsbogen“ braucht, um den berühmten Knalleffekt beim Publikum zu erzielen. „Dieses Jah haben wir mit 24 Minuten Länge und einer halben Tonne Material das bisher größte Feuerwerk“, verrät Braun. 112 Bilder, vom Herzen bei „Tarzan“ bis zum Goldregen bei der „Schönen und das Biest“, dem großen Finale, ist alles dabei.

Kurz vor halb zwölf kehrt Luis von seiner letzten Kontrollrunde an den Zaun zurück. „Hat alles funktioniert“, sagt er, dann erlöschen die Lichter und ein riesiger Knall eröffnet die Flut an Lichtern, die folgt. Szenenapplaus begleitet die beinahe synchron verlaufende Choreographie der Lichter zur Musik, „Ahs“ und „Ohs“ honorieren Brauns Mühen bei besonders spektakulären Figuren am Himmel. „Mehr ist mit Feuerwerk nicht zu machen“, resümiert Hübner das Spektakel und bringt die einhellige Meinung der Besucher damit auf den Punkt.