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Von der Oststadt her kommend schützt ein kleiner Linienbus den Eingang zum Weihnachtsmarkt. Foto: Ketterl
Von der Oststadt her kommend schützt ein kleiner Linienbus den Eingang zum Weihnachtsmarkt. Foto: Ketterl
22.12.2016

Linienbusse an den Eingängen des Weihnachtsmarkts gefallen nicht jedem

Pforzheim. Das Bild ist gewöhnungsbedürftig. Bis Dienstag wies ein blau leuchtender Schriftzug auf den westlichen Eingang zum Weihnachtsmarkt hin. Jetzt ist es ein Linienbus, der freilich mehr den Blick auf Buden und Lichterglanz versperrt. Er soll ja auch abschreckend wirken.

Abschreckend für Terroristen, nicht für Touristen. Letztere werden so ihre Probleme mit der schmucklosen Barriere haben, die am Zugang von der Oststadt her eine Nummer kleiner ausfällt und noch den Blick auf die Pyramide erlaubt. Zum wenig stimmungsvollen Ambiente des parkenden Terrorschutzwalls gesellen sich Auspuffgase. Weil die Busse im Notfall wegfahren müssen, sitzt ein Fahrer im Mehrachser – und der kann nicht den ganzen Tag über frieren. Also läuft der Verbrennungsmotor munter vor sich hin, während sich das adventliche Besinnen in dieser Ecke eher zurückzieht.

Busse dienen als Barriere zum Weihnachtsmarkt

Wer die TV-Serie „Alarm für Cobra 11“ kenne, schreibt ein PZ-news-Leser über WhatsApp, wisse, dass ein Sicherheits-„Placebo“ wie der Pforzheimer Linienbus für einen 300 PS starken 40-Tonner kein Hindernis sei. Auf der Facebook-Seite von PZ-news empfehlen andere Betonbarrieren und elektrische Poller, ein weiterer Leser sieht die Linienbusse schon seit Jahren als rollendes Hindernis in der Fußgängerzone. Lob gibt es von einer Facebook-Kommentatorin: „Man soll doch froh sein, dass wenigstens irgendwie reagiert wird. Sonst beschweren sich doch alle, dass nichts getan wird!“ Sie trifft die Meinung der Mehrheit. Bei einer Leserumfrage auf PZ-news hielten 58 Prozent von 1914 Teilnehmern die Schutzmaßnahme für angemessen, nur 42 Prozent hielten das Gegenteil für richtig. Dieses Jahr wird man sich darum nicht mehr lange streiten, denn der Weihnachtsmarkt endet am Donnerstag und der Mittelaltermarkt schließt am Freitag seine Pforten.

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