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Lisas Alltag bei der Metzgerei Kuppinger: Wurstwaren abpacken, Kunden bedienen und die Theke schön arrangieren – denn das Auge isst mit. Fotos: Röckinger/Ruf
02.03.2018

Lisa Hofsäß ist Azubi des Monats Februar: Die Fleischtheke ist ihr Revier

Pforzheim. Natürlich war es am Anfang komisch, rohes Fleisch anzufassen und zu verarbeiten. Aber das ist nun mal so – das legt sich.“ Lisa Hofsäß ist gerade einmal 17 Jahre alt und schon mittendrin in einer Ausbildung, die für einige Mädchen in ihrem Alter ein No-Go ist.

Arbeiten in einer Metzgerei – bei vielen entstehen direkt Bilder im Kopf von toten Tieren und blutigen Händen. Obwohl sie eine Ausbildung zur Fleischereifachverkäuferin und nicht zur Metzgerin macht, bleibt auch Lisa von derartigen Vorurteilen nicht verschont. „Für viele ist das ein ‚schmutziger‘ Job“, sagt sie. Genau deshalb will sie mit den Klischees aufräumen. „Mir macht es riesigen Spaß.“

Lisa Hofsäß ist Azubi des Monats Februar

Wer sich für eine Ausbildung zur Fleischereifachverkäuferin entscheidet, wird zur Herrin hinter der Fleischtheke. Lisa wiegt Wurstwaren ab, verpackt sie und arrangiert alles ansehnlich hinter der Glasscheibe. Um die Mittagszeit bereitet sie die warme Küche vor und versorgt die hungrigen Mäuler, die in der Metzgerei vorbeischauen. Den ganzen Tag auf den Beinen zu sein, macht ihr nichts aus – die Bewegung fehlt ihr sogar, wenn sie montags bei der Alfons-Kern-Schule auf der Matte steht.

Ausschlaggebend für ihre Entscheidung, bei der Metzgerei Kuppinger anzufangen, waren Lisas Eltern, die in derselben Branche arbeiteten. Schon als kleines Kind sei sie in der damaligen Metzgerei ihres Vaters in Dietlingen hinter der Theke herumgehüpft. „Komisch finde ich es nicht. Das ist ein handwerklicher Beruf und ich wollte auf keinen Fall in einem Büro sitzen“, erklärt die 17-Jährige. Ihre Eltern waren es auch, die Lisa die Metzgerei Kuppinger ans Herz legten. Derzeit befindet sich die Dietlingerin im zweiten Lehrjahr und bereut ihre Berufswahl keineswegs.

Die Frage ist: warum eigentlich nicht?

Bildergalerie: Lisa Hofsäß ist Azubi des Monats Februar

Auch Ausbilderin Susanne Kuppinger ist beeindruckt von ihrer Auszubildenden. „Sie möchte etwas erreichen, das merkt man jeden Tag aufs Neue“, sagt sie. Dafür musste Lisa aber auch persönlich an sich arbeiten. „Früher habe ich es nicht auf die Reihe gekriegt, mit Fremden zu sprechen, ich war einfach viel zu schüchtern“, erklärt Lisa schmunzelnd. Das hat sich grundlegend geändert. Seit sie täglich mit Kunden zu tun hat, ist sie viel offener und selbstbewusster. Heute ist es genau dieser Kundenkontakt, den die 17-Jährige an ihrer Ausbildung so liebt und nicht mehr missen möchte.

Fleischereifachverkäuferin – ein Job nur für die Hartgesottenen? Keineswegs, findet Lisa. „Wer den Beruf nicht kennt, sollte nicht urteilen“, hält sie fest. „Viele reagieren negativ: ‚Dort zu arbeiten könnte ich mir nicht vorstellen.‘ Dann frage ich immer: ‚Warum denn eigentlich nicht?‘“, sagt sie lächelnd. Einfach mal ausprobieren, rät Lisa – genau wie sie einst selbst.

Brozzo
02.03.2018
Lisa Hofsäß ist Azubi des Monats Februar: Die Fleischtheke ist ihr Revier

Wo bleiben denn die Einmalhandschuhe von Lisa ? mehr...

Faelchle
02.03.2018
Lisa Hofsäß ist Azubi des Monats Februar: Die Fleischtheke ist ihr Revier

Es wurde seit langem festgestellt, dass das Tragen vonEinweghandschuhe an der Bedienungstheke keinen hygienischen Vorteil verschafft. Deshalb ist das auch nicht verpflichtend. Die junge Dame müsste praktisch bei jedem Kunden die Handschuhe wechseln, da sie in der Regel auch noch kassiert. mehr...

Brozzo
04.03.2018
Lisa Hofsäß ist Azubi des Monats Februar: Die Fleischtheke ist ihr Revier

Sie hat in dem gezeigten Fall nicht an der Bedienungstheke gearbeitet, sondern in der Küche Roullladen zubereitet. mehr...

echolot
04.03.2018
Lisa Hofsäß ist Azubi des Monats Februar: Die Fleischtheke ist ihr Revier

[QUOTE=Brozzo;296714]Sie hat in dem gezeigten Fall nicht an der Bedienungstheke gearbeitet, sondern in der Küche Roullladen zubereitet.[/QUOTE] ...und da kann es dann weniger hygienisch zugehen oder was? mehr...