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PZ-Redakteurin Isabel Ruf im Gespräch mit Jürgen Genthner, dem zuständigen Leiter des Baureferats beim Regierungspräsidium Karlsruhe, auf der Westtangente. 
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Ab heute geht es von der Dietlinger Straße über die Westtangente zur Wilferdinger Höhe. Für die Schilder hat Waldemar Fuchs gesorgt. 

Live-Video: Pforzheims Westtangente ist eröffnet - die ersten Autos rollen

Pforzheim. Seit Freitag, 12. April um 11 Uhr, rollen die ersten Autos über die Westtangente. Von der Bundesstraße 10 auf der Wilferdinger Höhe gelangt man über sie zur Dietlinger Straße.

Dies soll bereits zu einer „signifikanten Entlastung des innerstädtischen Straßennetzes“ führen, sind die Planer im Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) überzeugt. Doch die volle Wirkung der westlichen Umfahrung Pforzheims werde sich erst nach der Fertigstellung des Arlinger-Tunnels und der Anbindung an die B 294 ergeben. Vollendet werden soll die Westtangente schließlich mit dem Anknüpfen an die Bundesstraße 463 und damit die überregionale Anbindung des Nagoldtals an die A 8. Dieser Schritt liegt jedoch noch in weiter Ferne.

Kurz vor der Öffnung streamt PZ-news live von der Westtangente. PZ-Redakteurin Isabel Ruf wird Jürgen Genthner, zuständiger Leiter des Baureferats beim Regierungspräsidium Karlsruhe, auch Leserfragen zu dem Projekt stellen. Der Livestream ist an dieser Stelle sowie auf der Facebook-Seite von PZ-news zu sehen.

■ Wie geht es jetzt weiter?

Das RP plant, mit dem Bau des Arlinger-Tunnels bereits Ende Mai zu beginnen. Mit dem rund 1,3 Kilometer langen Bauwerk wird die Westtangente bis ins Enztal weitergeführt und dort mit einem Anschluss an die Bundesstraße 294 angebunden. Nach der Fertigstellung rechnet das RP mit einer Verkehrsbelastung von täglich bis zu 26 900 Kraftfahrzeugen. „Entsprechend werden im Stadtgebiet Pforzheim vor allem die Durchgangsstraßen eine erhebliche Entlastung erfahren“, glauben die Planer – der Fall sein wird das allerdings frühestens 2023. Bis dahin ist vor allem auf der Dietlinger Straße mit noch mehr Verkehr zu rechen. Dies habe das Dezernat von Sibylle Schüssler gemeinsam mit den beteiligten Ämtern aber auf dem Schirm, so Oberbürgermeister Peter Boch. Er sei daher optimistisch, „dass wir frühzeitig die richtigen technischen Weichenstellungen vornehmen können, wenn nötig“.

■ Wann kommt der zweite Bauabschnitt?

Der „Sonnenbergtunnel“ und die Weiterführung der Tangente bis ins Nagoldtal ist Zukunftsmusik. Nicht einmal mit den Planungen soll vor 2030 begonnen werden. Alle Planungskapazitäten in den RPs seien voll ausgelastet, hieß es im März 2018 bei einer Straßenbau-Konferenz unter der Führung von Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).

■ Reaktionen aus der Politik:

Für Boch sowie die Bundestagsabgeordneten Katja Mast (SPD) und Gunther Krichbaum (CDU) ist die Fertigstellung des Abschnitts ein großer Schritt. Viele hätten sich parteiübergreifend dafür eingesetzt, so Mast. Nun sei es Zeit, die Kräfte erneut zu bündeln, um beim Land dafür zu werben, mit den weiteren Planungen so schnell wie möglich zu beginnen. Auch der OB kündigt an: „Auf politischer Ebene werde ich mich sowohl in Stuttgart als auch in Berlin weiterhin nach Kräften dafür einsetzen, dass der zweite Bauabschnitt so zeitnah wie möglich in Angriff genommen wird.“ Krichbaum verweist außerdem auf eine Initiative der CDU, durch die in den vergangenen beiden Jahren 150 neue Stellen für die Infrastrukturplanung geschaffen worden seien: „Hiervon erhoffe ich mir auch bei der Westtangente eine Beschleunigung.“