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08.02.2009

Loßburger Rentner wollte Hund aus Pforzheimer Tierasyl befreien

PFORZHEIM/LOSSBURG. Schäferhund „Spike“, der in Loßburg aus der Haltung eines 66-jährigen Rentners beschlagnahmt worden ist, war Ende November 2008 im Pforzheimer Tierheim untergebracht. Der Hund hatte in Loßburg eine Frau gebissen und ein Kind angefallen. Sein Herrchen gebärte sich nicht minder wild und bedrohte den Bürgermeister. Beide, Hund und Rentner, sind nun in Gewahrsam - in getrennten Zellen.

Ute Andok, Leiterin des Pforzheimer Tierheims, bestätigte den Aufenthalt von "Spike" im Tieraysl der Goldstadt. Der Hund sei „vom Wesen nicht einfach“, erklärte Andok. Der Vierbeiner sei im November auf Bitten vom Tierheim Freudenstadt in Pforzheim übernommen worden.

Vom Wesen her nicht ganz einfach dürfte auch das Herrchen sein. Seinen Hund wollte er auch nach den Attacken gegen Passanten partout nicht an die Leine nehmen. National in die Schlagzeilen geraten war der Rentner, weil er seinen Bürgermeister monatelang massiv bedroht hatte. Dieser hatte den Hund beschlagnahmen lassen, nachdem das Tier zugebissen hatte.

Auch in Pforzheim wollte der einstige und uneinsichtige Besitzer seinen Hund abholen. Er hatte sogar die Mitarbeiter bedroht. Erst nachdem die Polizei gerufen worden war, habe sich der Rentner entfernt und von seinem Befreiungsversuch abgelassen. Eigentlich habe das Pforzheimer Tierheim "Spike" behalten wollen, so Ute Andok, doch die Loßburger Behörden hatten damals entschieden, den Schäferhund in einem anderen Tierheim unterzubringen.

Am vergangenen Freitag war der 66-Jährige von einem Sondereinsatzkommando der Polizei festgenommen worden. Er hatte zuvor Schüsse aus einer Schreckschusswaffe abgegeben. Der Rentner soll nun einem Psychiater vorgeführt werden. Ob auch die Psyche des Hundes durchleuchtet werden soll, ist nicht bekannt.