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Noch hat sich Uli H. nicht zur Schaufütterung getraut, er ließ seinen Mitbewohnern Lisa und Timmy den Vortritt. Foto: Eickhoff
Ein Publikumsmagnet ist die öffentliche Fütterung der großen Raubkatzen immer. Diesmal schauten besonders viele zu. Foto: Eickhoff
04.12.2016

Luchs Uli H., der scheue Neue mit dem Star-Appeal

Pforzheim. Als sich die Junior Ranger Jan, Lars und Domenik mit dem Futter den Gehegen nähern, werden die ersten Tiere unruhig. Luchsmännchen Uli H. streicht witternd nach Nahrung in seinem Domizil von links nach rechts. Währenddessen werden von neugierigen Besuchern Fotoapparate und Handys gezückt, um den neuen Bewohner des Pforzheimer Wildparks auf Fotos festzuhalten. Das Interesse ist groß, an diesem Samstagnachmittag zur Schaufütterung beim Luchsgehege, bei der Uli H. seinen beiden Mitbewohnern Lisa und Timmy den Vortritt lässt und die Fütterung aus sicherer Entfernung verfolgt.

Bildergalerie: Neuer Luchs kommt in den Wildpark nach Pforzheim

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Das eineinhalb Jahre alte Luchsmännchen wurde von einer Münchener Auffangstation von Wildpark-Chef Carsten Schwarz am vergangenen Mittwoch geholt. Zeitgleich mit der Überführung des Luchses wurde Uli Hoeneß erneut zum Präsidenten des FC Bayern gewählt, damit war der Name für die Wildkatze für Schwarz gesetzt – Uli H. Nach vier Tagen stehen die Besucher dem originellen Namen Uli H. geteilter Meinung gegenüber. Irene und Markus Kamla aus dem Enzkreis besuchen das beliebte Pforzheimer Ausflugsziel ein- bis zweimal im Jahr, dabei sind die Luchse auf ihrer Wegstrecke immer ein Muss, so auch an diesem Samstag, an dem das Paar gezielt zu Uli H. in den Wildpark aufbricht. „Da es der Zuchtluchs werden soll, hätte mit persönlich ,El presidente‘ oder ,Il capo‘ eher zugesagt“, betont Markus Kamla.

Für seine Frau Irene trifft eindeutig der Name „Enzo“ zu. „In meinen Augen ist das der beste Katzenname überhaupt. Er hat etwas Mafiöses an sich, und wer diesen Namen trägt, hält die Fäden in der Hand oder besser gesagt in den Tatzen.“ So waren sich auch drei Studentinnen aus Freiburg, die ihrer Freundin in Pforzheim einen Besuch abstatteten, einig, dass es etwas Königliches und Majestätisches sein muss, wie „King“ oder „König Artus“. Petra und Gunnar Gstettenbauer aus Pforzheim finden „Uli“ passend. „Zu den beiden Luchsbewohnern „Timmy“ und „Lisa“ passt der Name wunderbar, jedoch würden wir das H. weglassen“, betonen beide. „Nicht jeder ist dem Sport so verbunden.“

Es ist ein umstrittener Name, doch vermutlich lässt sich Uli H. von seiner Namenstaufe nicht beirren und sorgt im Frühsommer 2017 hoffentlich für den ersten Wurf einer kommenden Luchsmannschaft. So wäre die nächste Attraktion im Wildpark perfekt.