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Immerhin: Ein kleines Schild weist Autofahrer darauf hin, dass die Durchfahrt zum Hauptbahnhof gesperrt ist. Eine Umleitungsempfehlung wird nicht gegeben. Die hing vergangene Woche an dem Pfosten, an dem nun kein Schild mehr zu sehen ist. Das war übrigens komplett falsch und führte Autofahrer in die Irre.
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Ist die Berliner Straße in südlicher Richtung geradeaus gesperrt? Nein. Geht es nach rechts in die Goethestraße und zu den Parkhäusern? Von wegen! Das neue Umleitungsschild führt Autofahrer in die Irre. Foto: Ketterl
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Ist die Berliner Straße gen Norden geradeaus gesperrt? Quatsch. Das Schild führt ortsunkundige Autofahrer ins Nirgendwo, aber garantiert nicht ans Ziel. Foto: Ketterl

Luisenstraßen-Dilemma: Besser kein Schild als ein falscher Umleitungshinweis?

Pforzheim. Was ist besser? Ein falsches Umleitungsschild oder lieber gar kein Umleitungsschild? Ist es besser, den Autofahrer in die Irre zu führen oder ihn selbst spontan nach einer Umfahrung suchen zu lassen? In Pforzheim scheint man sich bei diesen Fragen noch nicht ganz einig zu sein.

Hier hat man es wegen der Baustelle beim Pforzheimer Hauptbahnhof und der damit verbundenen Teilsperrung der Luisenstraße schon zweimal mit einer falschen Beschilderung versucht, am Sonntagmorgen nun hat man zumindest eines von zwei falschen Schildern entfernt und es bei einem rudimentären Hinweis auf eine Durchfahrtssperre belassen. Bei den zuständigen städtischen Behörden traut man den in Sachen Baustellen und Verkehrsbehinderungen erfahrenen Pforzheimer Automobilisten wohl zu, sich selbst in der Goldstadt zurecht zu finden. Und die ortsfremden Autofahrer? Die haben hoffentlich ein aktuelles, schnell reagierendes Navigationsgerät an Bord. Und die Lkw-Fahrer, die mit einem Sattelzug plötzlich vor einer Absperrung stehen? Denen wünscht man viel Geduld sowie ein ruhiges Händchen und Nerven wie Drahtseile beim Bugsieren durch enge Straßen, in denen der Freiraum zwischen den Außenspiegeln der rechts und links parkenden Fahrzeuge zur Millimeterarbeit am Brummi-Lenkrad zwingt.

Erst hatte ein fehlendes „X“ auf dem regulären Schild über der Berliner Straße Fahrer auf die falsche Fährte gelockt. Dann sorgten deplatzierte Behelfshinweise für Verwirrung. Wer von der Unteren Wilferdinger Straße kommt und auf der Berliner Straße in südliche Richtung, also gen Jahnhalle, fährt, erhielt den grundfalschen Hinweis, der Weg geradeaus sei versperrt und man müsse rechts abbiegen, um zu den Parkhäusern Sparkasse, Bertha-Benz-Halle und Schlössle-Galerie zu gelangen. Auch in der entgegengesetzten Richtung wurde Geradeausfahrern eine Sperrung der Berliner Straße hoch zur Wilferdinger Höhe suggeriert.

Jenes in Richtung WiHö weisende Schild war am Montagmorgen verschwunden. Ob es wieder einmal, wie vergangene Woche geschehen, von einem Lkw abrasiert wurde? Ob es jemand im Auftrag der Stadtverwaltung entfernt hat? Eigentlich will man das vor lauter Kopfschütteln schon gar nicht mehr so genau wissen. Ist ja auch fast schon ein Fall von Fremdschämen. Wer will sich schon mit diesen Schildbürgerstreichen identifizieren?  

Das Problem in der vergangenen Woche: Es wurden drei identische Schilder fabriziert und aufgestellt, von denen aber nur eines richtig platziert ist - für jene, die auf der Lindenstraße stadteinwärts fahren. Das war eine Trefferquote von 33,3 Prozent. Vielleicht gibt es ja bald wieder neue Umleitungsschilder. Nur allein die reinen Durchfahrtsverbots- und Achtungshinweisschilder sind für eine Großstadt mit viel Verkehr doch etwas armselig.  

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