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Beim jährlichen Familiengrillfest gewährt das Lukas-Zentrum Einblick in seine Arbeit, vor allem in die veränderten Anforderungen des Stadtteils, auf die es damit reagiert. Das Bild zeigt Mitarbeiterin Elena Link mit jungen Besuchern.  Foto: Meyer
Beim jährlichen Familiengrillfest gewährt das Lukas-Zentrum Einblick in seine Arbeit, vor allem in die veränderten Anforderungen des Stadtteils, auf die es damit reagiert. Das Bild zeigt Mitarbeiterin Elena Link mit jungen Besuchern. Foto: Meyer
14.07.2017

Lukas-Zentrum bietet Familien in der Weststadt tatkräftige Unterstützung

Pforzheim. Die Weststadt wandelt sich, sie wächst, von der Einwohnerzahl her, sie bekommt eine neue Sozialstruktur – und nicht eben eine einfachere. „Die Kinderarmutsquote liegt bei über 45 Prozent“, sagt Eva Schröder, Leiterin des Lukas-Zentrums der Diakonie. Damit ist fast jedes zweite Kind im Stadtteil von Armut betroffen.

Das äußert sich in vielem, in beengten Wohnverhältnissen etwa, wenn mehrköpfige Familien auf kleinem Raum leben, Rückzugsmöglichkeiten, Ruhe zum Lernen und für Schulaufgaben, ganz einfach Privatsphäre, Fremdworte sind. Wie andere Familien in den Ferien zu verreisen – davon kann keine Rede sein. Nachhilfe bei schulischen Schwierigkeiten? Ist nicht drin. Es muss halt irgendwie so gehen. Vor allem, wenn die eigenen Eltern kaum Deutsch können.

Und so bietet das Lukas-Zentrum seinen im Durchschnitt täglich rund 100 Besuchern jedes Alters nach Kräften Unterstützung: vom kostenlosen Schulfrühstück übers sehr günstige, frisch gekochte Mittagessen für die Osterfeld-Grundschüler, Hausaufgaben-, Sprach- und Lernförderung, Sprachkurse für die Eltern, meist Mütter, mit gleichzeitiger Kinderbetreuung, Krabbelkurse – Tendenz stark zunehmend, berichten Eva Schröder und ihre Kolleginnen Elena Link und Sabine Ewert –, Gruppenangebote wie das Männercafé, Ferienbetreuung für die Daheimgebliebenen, allesamt „echte Stadtkinder“, die kaum wüssten, dass es auch in nächster Nähe etwa die Schäferei Golderer gibt. Über Initiativen wie jüngst die Nachbarschaftsgespräche oder auch über die Sozialraumkonferenz wirkt das Lukas-Zentrum in den Stadtteil hinein. Verstärkt will man dazu beitragen, dass sich die vielen Familien und noch mehr Kinder des Stadtteils die Grünflächen, etwa den Benckiserpark, zurückerobern von den Trinkern.

Eines hat Eva Schröder beobachtet: Lethargisch ist ihre Klientel nicht, im Gegenteil. Gehe es in anderen Stadtteilen darum, Aktivitäten anzubieten, so müssten sie und ihre Kolleginnen eher das kanalisieren, was aus dem Stadtteil heraus komme.