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Die Rede von Wahlkampfprofi Wagenknecht im CCP kam an. Foto: Meyer
16.02.2016

Lust auf Protest: Linken-Frontfrau Sahra Wagenknecht im CCP

Pforzheim. Die Linke als Bollwerk gegen die etablierten Parteien. Dass die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht für ihre Partei im Land diese Rolle vorsieht, wurde an zwei Worten deutlich, die die 46-Jährige – rotes Kleid, rot-schwarze Kette, umgeben von roten Fahnen – am Montagabend im CCP bei fast jedem Politikfeld nannte. „Perfide“ ist das eine, „skandalös“, das andere.

Bildergalerie: Sahra Wagenknecht spricht im CCP

Eine „skandalöse Politik“ habe zu mehr Altersarmut geführt. Ein „Skandal“ sei es, dass Firmen an Parteien spenden dürften. Die Forderung der CDU, Flüchtlingen vom Mindestlohn auszunehmen? „Richtig perfide.“ Wagenknecht redet frei, würdigte ihre handbeschriebenen Din-A5-Blätter kaum eines Blickes. Eine „perfide, feige Politik“ sei es, mit der sich CDU und SPD bei den Reichen andienen. Diese trügen auch Schuld am Erstarken der „perfiden AfD“, die versuche, aus Ängsten Kapital zu schlagen: „Wenn jemand die schwarze Null zur obersten Instanz erklärt, dann betreibt er das Geschäft der braunen Nullen und bringt ihnen Stimmen.“

Das Credo der Linken in der Flüchtlingspolitik fasste deren Spitzenkandidat für die baden-württembergische Landtagswahl am 13. März 2016, Bernd Riexinger, so zusammen: „Arme und Flüchtlinge dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.“ Ähnlich klang Wagenknecht in den wenigen Momenten, in denen sie sich in ihrer rund 40-minütigen Rede der Landespolitik widme: Wohnraum fehle nicht wegen der Flüchtlinge, sondern weil Grün-Rot nur 30 000 statt der versprochenen 50 000 Sozialwohnungen pro Jahr gebaut habe. Lehrer-Mangel herrsche nicht wegen der Flüchtlingskinder, sondern wegen der Schuldenbremse.

Einen ausführlichen Nachbericht - auch zum Auftritt der Kandidaten aus der Region - lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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