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10.04.2009

Mädchen wanken sturzbetrunken durch Pforzheim

Kein Schulabschluss, kein Job, keine Perspektive - Pforzheim hat die höchste Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg, die Zahl der Lehrstellen ist dramatisch gesunken, während die Zahl der Bewerber angestiegen ist. Animieren solche negativen Rahmenbedingungen junge Menschen zum Saufen? Zwei Mädchen im Alter von 16 und 15 Jahren fielen am Gründonnerstag an der Enzpromenade betrunken zu Boden. Eine Jugendliche musste am Karfreitag betrunken ins Krankenhaus gebracht werden.

Laut Statistischem Landesamt sind junge Pforzheimer zwischen 13 und 19 Jahren besonders oft von Alkoholexzessen betroffen. Die Goldstadt liegt bei männlichen wie weiblichen Jugendlichen in der Spitzengruppe, während der Enzkreis in Sachen Komasaufen um den Landesdurchschnitt pendelt. Aber im Enzkreis ist auch die Arbeitslosigkeit geringer, wechseln prozentual mehr Schüler auf weiterführende Schulen, gibt es anteilsmäßig weniger Schulabbrecher.

Ein erschreckender Trend: Der Anteil der Mädchen unter den Alkoholopfern steigt stetig. Die jüngsten Fälle passen da genau ins Bild.

Am Donnerstagabend fielen Beamten der Fahndungs- und Ermittlungsgruppe an der Enzpromenade die zwei 15 und 16 Jahre alten Mädchen auf, weil sie erkennbar alkoholisiert waren. Beim gegenseitigen Umarmen stürzten sie plötzlich zu Boden. Die beiden hatten zuvor gemeinsam eine Flasche Wodka getrunken. Diese hätten sie von Jungs bekommen, die sich im Bereich des Hebelgymnasiums aufhielten.

Auf der Wache des Polizeireviers an der Bahnhofstraße wurde bei der 15-Jährigen ein Alkoholisierungsgrad von 1,81 Promille festgestellt. Ihr Zustand verschlechterte sich zusehends, sodass sie vom Deutschen Roten Kreuz in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Eine weitere Jugendliche, über die noch keine näheren Personendaten vorliegen, musste am Karfreitag wegen übermäßigen Alkoholkonsums ins Krankenhaus gebracht werden. Sie soll laut Auskunft der Polizei dem Marktplatz-Milieu zuzurechnen sein.