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Stellvertretender Obermeister Eric Schach, Obermeister Heiko Seiter und Jens Schmitt, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands, freuen sich, wieder eine Hauptversammlung in Präsenz zu machen.  Foto: Tilo Keller 

Maler und Lackierer aus der Region auf der Suche nach Nachwuchs

Pforzheim. Die Maler- und Lackierer-Innung Pforzheim-Enzkreis-Neuenbürg hat bei der Jahreshauptversammlung eine kleine Korrektur im Namen beschlossen. Entsprechend der Herkunft der Mitglieder entfällt im Namen zukünftig Neuenbürg. Ein weiterer Beschluss zur Satzungsänderung sieht die Reduktion der Beisitzer von acht auf sieben Mitglieder vor.

Obermeister Heiko Seiter erinnerte in der Eutinger Gaststätte „Bären – Stadt Pforzheim“ daran, dass die Hauptversammlung im letzten Jahr wegen der beginnenden Pandemie abgesagt werden musste und auch an die Freisprechungsfeier im vergangenen Oktober, die im Rahmen eines Autokinos stattgefunden hatte, was bis dahin einmalig in Baden-Württemberg war.

„Das vergangene Jahr war für uns alle in jeder Hinsicht ein schwieriges und anstrengendes Jahr“, sagte Prüfungsvorsitzender Dominik Vogel. „Auch im Prüfungswesen war es eine große Herausforderung mit der Pandemie umzugehen.“ Im Prüfungsjahr 2020 fiel die Zwischenprüfung aus Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen aus, wobei die Prüflinge aufgrund einer Sonderregelung auch ohne Zwischenprüfung an der Gesellenprüfung 2021 teilnehmen konnten.

Bei der Gesellenprüfung 2020 traten 15 Teilnehmer an, die Durchschnittsnote lag bei 3,2. Ein Prüfling konnte seine nicht bestandene Prüfung im Winter bei der Malerinnung Karlsruhe erfolgreich wiederholen. Im Schuljahr 2021 fiel die Zwischenprüfung mit neun Teilnehmern sehr knapp aus. Der Notendurchschnitt lag in der Praxis bei 3,8 und in der Theorie bei 5,0. Zur Gesellenprüfung 2021 traten zunächst 15 Prüflinge an, einer trat vor der praktischen Prüfung zurück. Der Notendurchschnitt lag bei 3,15.

Stefanie Müller, technische Lehrerin der Alfons-Kern-Schule, berichtete von mangelnden Schülerzahlen, vor allem in der Berufsfachschule. „Wir haben letzte Woche mit acht Schülern angefangen“, sagte sie. „Wir nehmen Ihnen die Arbeit ab, damit die Jugendlichen draußen auf der Baustelle vollwertiger einsatzfähig sind“, führte sie weiter aus und mahnte, dass bei weiterhin sinkenden Schülerzahlen Schulzusammenschlüsse drohten. Das wiederum könnte zu weiteren Schulwegen führen.

„Bei TikTok tummeln sich genau die Jugendlichen, die wir suchen“, sagte Matthias Morlock, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft und berichtete von kleinen Internetfilmen für diese Plattform. „Ich würde das auch gerne mit der Malerinnung machen“, sagte er und führte bei vier Innungen 120 000 Zugriffe innerhalb von einem Monat an.

Stellvertretender Obermeister Eric Schach sprach Themen rund um Kalkulation und Subunternehmertum an. „Ich denke, dass wir Innungsbetriebe auch in Zeiten guter Auftragslage seriöse Angebote machen sollten“, hob er hervor. Er griff das Thema Nachwuchs auf und forderte die Kollegen auf, weiterhin auszubilden und damit dem Facharbeitermangel entgegenzuwirken. „Niemand ist unnütz, er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen“, scherzte Schach.

Die Versammlung nutzte Jens Schmitt, neuer Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes des Maler- und Lackiererhandwerks Baden-Württemberg, um sich vorzustellen. Dabei berichtete er über Themen wie die Digitalisierung von Veranstaltungen, Nachwuchswerbung und das digitale Berichtsheft. „Es war toll, wieder einmal eine Hauptversammlung in Präsenz zu machen“, so Seiter.