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Sind mit den Adoptionsfällen vertraut: Sozialbürgermeisterin Monika Müller, Adoptionsvermittlerin Jutta Käser und der Leiter des Jugend- und Sozialamts, Uwe Jung-Pätzold (von links). Foto: Seibel
Sind mit den Adoptionsfällen vertraut: Sozialbürgermeisterin Monika Müller, Adoptionsvermittlerin Jutta Käser und der Leiter des Jugend- und Sozialamts, Uwe Jung-Pätzold (von links). Foto: Seibel
07.09.2016

Mama und Papa dringend gesucht: Mangel an Adoptiveltern

Pforzheim. Es ranken sich viele Mythen um das Thema Inlandsadoption: Man müsse verheiratet sein, höchstens 35 Jahre alt, gut situiert – und müsse dennoch jahrelang auf ein Kind warten, heißt es. Stimmt nicht, sagt Eva Walsleben, Adoptionsvermittlerin beim städtischen Jugend- und Sozialamt. Händeringend suche die Behörde nach Menschen, die Kinder bei sich aufnehmen möchten. „Momentan steht nur ein Paar auf der Warteliste für eine Adoption“, so Walsleben. Darum wolle die Stadt nun mit den Vorurteilen aufräumen.

Es gebe kein Höchstalter, sagt ihre Kollegin Jutta Käser. Ein Richtwert besagt aber laut Walsleben, dass der Abstand zwischen Kind und Eltern nicht mehr als 45 Jahre betragen soll. Man brauche zwar eine sichere Existenz und ausreichend Platz für das Kind – „dazu muss man aber kein Haus mit Garten und viel Geld haben“, stellt sie klar. Was Interessenten vorlegen müssen, seien ein Führungszeugnis und ein ärztliches Attest. Nicht nur Paare seien mögliche Adoptiveltern, sondern auch Alleinstehende. Gleichgeschlechtliche Paare hätten ebenfalls die Chance – über Umwege. Nur an einen Partner kann das Kind in diesem Fall vermittelt werden, der andere Elternteil kann es später nachadoptieren.

Wie lange Eltern auf ein Kind warten müssten, sei unterschiedlich, sagt Käser. Es könne ganz schnell gehen, und nachts klingelt das Telefon – schließlich würden im Schnitt zwei bis drei Kinder jährlich in Pforzheim vermittelt. 2015 waren es zwei, in diesem Jahr drei – alles Neugeborene. „Es gibt aber auch Jahre, da ist es keines“, sagt Walsleben. Dass Familien aber mehr als zwei Jahre auf ein Baby warten – „das kommt schon lange nicht mehr vor“, so Käser. Noch vor zehn Jahren sei das anders gewesen.

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