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Pforzheim: Polizei fasst bewaffneten Mann © Seibel
© Symbolbild: PZ-news
17.06.2012

Mann bedroht Passantin mit „Anscheinswaffe“

Wer zwischen Lindenstraße und Anshelmstraße bei Anpfiff nicht schon vor dem Fernseher oder der Großbildleinwand saß, der kam auch nicht mehr pünktlich zum Spielbeginn am Sonntagabend. Großflächig hatte die Polizei den Bereich in der Oststadt abgeriegelt, Streifenwagen versperrten die Zufahrtswege in das Gebiet. In einer Wohnung hatte sich ein Mann mit einer –möglicherweise scharfen – Waffe verschanzt.

Bildergalerie: Polizei fasst bewaffneten Mann in Pforzheimer Innenstadt

Der Brennpunkt: Die Kreuzung Linden-/Anshelmstraße. Ein Dutzend Einsatzwagen parkt unterhalb der JVA, aus schwarzen Kleinbussen steigen vermummte SEK-Beamte. Die Einheit ist aus Göppingen angefordert worden. Schaulustige haben sich auf einer Brücke oberhalb der Kreuzung versammelt. Die Stimmung ist aufgekratzt.

Fußball? „Das ist doch hier viel spannender“, sagt einer der jungen Männer. Hinter ihm steht eine Frau, zwei Tragetaschen in der Hand, die hier auf dem Weg nach Hause gestrandet ist. Außerdem Mütter mit Kindern, alte Leute, die nicht in ihre Wohnungen dürfen.

Kurz nach 17 Uhr hatte sich eine Frau bei der Polizei gemeldet. Sie sei von einem Mann bedroht worden. Mit einem Gegenstand, vielleicht einer Schusswaffe. Die Polizei handelte schnell. Und es kam ihr ein besonderer Umstand zupass: Wegen des EM-Spiels waren zusätzliche Beamte im Dienst, die kurzfristig eingesetzt werden konnten.

Der Einsatz jedoch zieht sich lange hin. Der 26-Jährige zeigt sich immer wieder am Fenster seiner Wohnung, die Polizisten halten Blickkontakt. Die Lage muss geklärt, Nachbarn und Passanten aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Und noch immer ist nicht klar, ob der Mann eine scharfe Waffe besitzt.

Lage entspannt sich

Kurz vor halb zehn erfolgt schließlich der Zugriff durch das Sondereinsatz-Kommando (SEK). Die SEK-Beamten stürmen in die Wohnung und überwältigen den Mann. Es fällt kein Schuss – alles gut. Als er schließlich von den Polizisten abgeführt wird, entspannt sich die Stimmung bei den Zuschauern auf der Brücke ebenfalls.

Wer sich jetzt sputete, konnte noch pünktlich zum Beginn der zweiten Halbzeit vor dem Fernseher sitzen. Die Beamten hingegen durchsuchen anschließend die Wohnung des Mannes, der die Oststadt zuvor für einige Stunden in Atem hielt. Was sie finden, ist eine sogenannte Anscheinswaffe. Ein Spielzeug, das es in sich hat, weil es optisch aussieht wie eine Maschinenpistole von Heckler & Koch.

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