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Amüsantes aus der Fauna präsentierten PZ-Redakteur Thomas Kurtz, Dr. Mario Ludwig und SWR-4-Moderator Johannes Stier am Mittwochabend . Ketterl
Gut besucht war der kurzweilige Abend im PZ-Autorenforum, über den auch SWR-4-Badenradio berichtete.
Thomas Kurtz eröffnete den Abend mit launigen Worten.
15.11.2012

Mario Ludwig im PZ-Forum: Pupsende Fische und sexbesessene Affen

Einfach ein tierischer Abend? Genauer gesagt, ein „saTierischer“. So war das Stelldichein mit Mario Ludwig im PZ-Forum am Mittwoch angekündigt. Und so viel vorweg: Genauso animalisch wurde es dann bei dieser von der Pforzheimer Zeitung und SWR 4 Baden Radio organisierten Veranstaltung.

Das Theater Pforzheim hatte tief in seinen Fundus gegriffen und illustre, pelzige sowie fedrige Requisiten ausgeliehen. Geier, Krähe, dazu ein netter Kerl im Bärenkostüm, sie tummelten sich um den Biologen und renommierten Buchautor aus Karlsruhe. Damit Ludwig sich nicht allein im Bühnen-Dschungel fühlte, standen ihm SWR-4-Moderator Johannes Stier und PZ-Redakteur Thomas Kurtz als Stichwortgeber zur Seite.

Bildergalerie: Mario Ludwigs animalische Welt im PZ-Forum

Ihnen gegenüber ein interessiertes Publikum im ausverkauften Saal. Es erfuhr in gut zwei Stunden Kurioses über alles Mögliche, was da so kreucht und fleucht. Etwa über Heringe, die durch Blähungen und deren Blasen blubbernd kommunizieren, sexbesessene Bonobos, die mit ihren Penissen Gefechte austragen, schwule Geier oder Delfine, die im Rudel Weibchen jagen und vergewaltigen. Da sind Maulwürfe, die ihr Weibchen mit Harz nach dem Geschlechtsakt verkorken oder Würmer, die das Geschlecht wechseln, wenn man dem Weibchen das Gehirn entfernt. Ein Fülle schlüpfriger, weitgehend unbekannter Details aus der Fauna präsentiert Ludwig zur Erheiterung – liefert aber meist die wissenschaftliche Erklärung dafür ab.

Trinkfeste Singvögel

So pinkeln manche Pandas im Handstand Bäume an, um durch die Höhe der Duftmarkierung Revierrivalen ein Plus an Körpergröße vorzuspiegeln. So jedenfalls interpretiert es Ludwig schmunzelnd. Zudem erläutert er, dass Alkohol in der Tierwelt häufiger eine Rolle spielt, als man gemeinhin glaubt. Insbesondere Singvögel seien dank eines Enzyms besonders trinkfest. Dies sei auch notwendig, weil sie oft vergorene Früchte fressen. Stets menschelt es intensiv, wenn Ludwig zum tierischen Erzählen anhebt.

Doch will der künftige PZ-Kolumnist (ab Januar 2013) „nicht Tiere vermenschlichen, sondern aus menschlichem Blickwinkel betrachten“. „Ich will unterhalten, und wenn man dabei etwas lernt, umso besser“, sagt er und liest noch zwei Kapitel aus seinem Buch „Die Wanderbibel“. So schildert er die Qualen im Mehrbettlager von Berghütten ebenso spitz und anschaulich, wie er Wandersleute typisiert. Da erweist er sich als gnadenlos scharfer Beobachter. Ebenso unterhaltsam kann er seine Erlebnisse mit Berggorillas und Elefanten schildern.

Insbesondere mit Jumbos kennt er sich aus. Zusammen mit seiner Frau habe er den Elefantenführerschein erworben. Auch über heimische Gefilde klärt Ludwig sein amüsiertes Publikum auf. So warnt er vor dem jüngsten Migrationstier, dem Tigermoskito, der Krankheiten überträgt.

Dann erzählt er kurzweilig vom amerikanischen Ochsenfrosch, der mit Pfeil und Bogen aus den Rheinauen vertrieben werden soll. Exotik oder Heimat: Den tierischen Daseinszweck bringt Ludwig einfach auf den Punkt: „Sex, fressen und bloß nicht gefressen werden.“

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