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Wolfgang und Ingrid Bürger (rechts) sind stolz auf „50 Jahre Marionettenbühne Mottenkäfig“ und präsentieren zusammen mit Reinhilt Michaelis und Jonathan Danigel in der gleichnamigen Sonderausstellung Marionetten aus Märchenklassikern, Weltliteratur und preisgekrönten Eigenproduktionen.
Wolfgang und Ingrid Bürger (rechts) sind stolz auf „50 Jahre Marionettenbühne Mottenkäfig“ und präsentieren zusammen mit Reinhilt Michaelis und Jonathan Danigel in der gleichnamigen Sonderausstellung Marionetten aus Märchenklassikern, Weltliteratur und preisgekrönten Eigenproduktionen.
20.09.2017

„Marionettenbühne Mottenkäfig“: Kunst am dünnen Faden

Beim Stichwort „Marionetten“ denken vermutlich viele vor allem an ein lustiges Puppenspiel für Kinder. Dass das Marionettenhandwerk und -spiel eine echte Kunst ist und auch Erwachsene begeistern kann, zeigen Wolfgang und Ingrid Bürger beispielhaft.

Marionetten sind ein Kulturgut

Alles begann 1967, als Wolfgang und Ingrid Bürger zusammen mit Freunden und mit der Unterstützung eines theaterbegeisterten Lehrers ihre ersten Auftritte im Haus der Jugend ohne dauerhafte Bühne auf die Beine stellten. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der „Marionettenbühne Mottenkäfig“ und in Würdigung dieses Kulturguts und der ehrenamtlich Engagierten hat das Kulturamt gemeinsam mit den Akteuren eine Ausstellung im Stadtmuseum vorbereitet. „Wir möchten verschiedenen Kultureinrichtungen Raum geben, die die Stadtgeschichte repräsentieren“, so Angelika Drescher, Leiterin des Kulturamtes. Zu Bestaunen ist eine Vielfalt an Marionetten, von Spinnen über Radfahrer bis hin zur römischen Jagdgöttin Diana. Die Vitrinen wurden bewusst geöffnet, um den Betrachtern die Details und Charakterzüge der Figuren präzise zeigen zu können.

Ab 1976 konnten die Marionettenkünstler endlich ihre eigene Spielstätte an der Kirchenstraße beziehen und sich seitdem einem größeren Publikum präsentieren. Wolfgang Bürger ist der Ansicht, dass Marionetten noch besser als menschliche Schauspieler Dramen inszenieren könnten. In den 50 Jahren ihrer Existenz habe sich ein festes Stammpublikum etabliert, viele Eltern waren schon als Kinder dabei. „Der Renner bei den Kindern ist ‚Der Teufel mit den drei goldenen Haaren‘, das bereits im 37. Jahr aufgeführt wird“, erzählt Wolfgang Bürger. Dass die „Marionettenbühne Mottenkäfig“ keineswegs nur ein Kindertheater ist und auch anspruchsvolle und teils blutige Stücke vorstellt, wird an Aufführungen wie „Die Rote Herberge“ deutlich; mit Aufführungen wie „Orpheus in der Unterwelt“ werden auch literarisch Interessierte angesprochen.

Die Ausstellung im Stadtmuseum beginnt am Sonntag, 24. September um 11.30 Uhr und endet am 25. Februar 2018. Der Eintritt ist frei, Führungen sind ebenfalls kostenlos. Den Spielplan der „Marionettenbühne Mottenkäfig“ und weitere Informationen finden sich im Internet unter www.mottenkaefig.de.