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Marktmeister Marc Pfrommer (rechts) koordiniert Pforzheimer Messe.
Marktmeister Marc Pfrommer koordiniert Pforzheimer Messe © Rosendahl
07.06.2011

Marktmeister Marc Pfrommer koordiniert Pforzheimer Messe

PFORZHEIM. Marktmeister Marc Pfrommer ist der "Merci Mann" der Mess. Wer nicht vor Ort dabei ist, kann es sich kaum vorstellen: Der Mess-Aufbau ist nicht vorher zu planen und erfordert von Marktmeister Marc Pfrommer, dass er sich ständig auf eine neue Situation einstellen muss.

Zeitweise bis zu zehn Schausteller gleichzeitig wollen etwas von dem Mann, der mit jedem der 120 anreisenden Schausteller auf dem Messplatz persönliche Gespräche führt. Zeitweise müssen Entscheidungen im Fünf-Minuten-Takt gefällt werden. Da stören beispielsweise die von der Stadt aufgestellten Glascontainer am Messplatz, so dass die Schausteller mit ihren Fahrzeugen nicht durchkommen. Die Technischen Dienste müssen verständigt werden, um die Container während der Mess zu entfernen. Gleichzeitig kommt ein Vertreter der Bauaufsicht zum Marktmeister, der mit ihm etwas besprechen möchte, während gleichzeitig Pfrommers Handy klingelt, weil mit ihm abgeklärt werden muss, welche Beschallung als Ersatz für eine ausgefallene Stereoanlage für die Werbemaßnahme der Schausteller in der Fußgängerzone verwendet werden kann. Ebenfalls zur gleichen Zeit möchte ein Schausteller von Pfrommer Ersatz für einen defekten Wasseruhrzähler. Und dann reisen auch noch zur selben Zeit mehrere Schausteller mit ihren Geschäften und Wohnwagen an, die alle eingewiesen werden müssen. Dabei ist Marc Pfrommer mit seinem Stellvertreter Roland Nast allein. Es hilft nichts: Der befreundete Krämermarkthändler Abu Benalia wird als verlängerter Arm der Marktmeister-Hilfe mit eingesetzt, was er gerne tut. Seit 5 Uhr in der Frühe sind Pfrommer und Nast auf den Beinen. Sie haben gegen 11 Uhr schon 15 Kilometer zu Fuß auf dem Messplatz zurückgelegt – alleine für das Einweisen der Schausteller-Geschäfte und ihrer Wohnwagen sowie das Kontrollieren der Spielregeln auf dem Platz. Das Marktbüro ist Erste-Hilfe-Station. technischer Fundus. Anlauf-, Info- und Beschwerdestelle in einem – genauso wie der Marktmeister die gute Seele der Mess ist, der Merci-Mann, der immer hilft. Trotz des Stresses bleibt Pfrommer cool, lächelt, ist freundlich und gibt damit wohl den besten Botschafter der Stadt Pforzheim ab. Schon wegen der unberechenbaren Staus auf der Autobahn ist der Mess-Aufbau nicht genau planbar. Das kommt kein Zirkus, der mit allen Fahrzeugen gleichzeitig eintrifft, sondern es reisen 120 Schausteller individuell an. Wenn mehrere gleichzeitig eintreffen, muss regelrecht zwischen Lücken hindurch logistisch jongliert werden – manchmal Millimeterarbeit.
Nach Feierabend ist für Pfrommer noch lange nicht Schluss: Immer wieder klingelt sein Handy, stets gibt es irgendwelche Anfragen, Wünsche, Absagen, Umplanungen. Das geht so weit, dass der Marktmeister nachts im Bett keine Schäfchen zählt, sondern die Wohnwagen der Schausteller und ob sie nach seinem Plan im Kopf auch an dem für sie vorgesehenen Standplatz stehen. Pfrommer sagt, dass er drei Kreuze mache, wenn die Mess aufgebaut sei, aber trotzdem sei ihm nichts lieber als diese schöne Aufgabe: „Das ist ähnlich wie ein Vater, der sein Kind wachsen sieht. Oder ein Tischler, der am Ende stolz auf sein Meisterwerk ist, das er mit eigenen Händen geschaffen hat.“