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Das längste und sicher am meisten frequentierte Brückenbauwerk Pforzheims ist die Nordstadtbrücke. Sie ist marode. Allein ihre Sanierung wird nach ersten Schätzungen weit mehr als drei Millionen Euro kosten. Foto: Ketterl
Trotz Ausbesserungen sind die Mängel an der Nordstadtbrücke erheblich. Foto: Ketterl
Der Bund muss bei der A 8-Brücke nahe Eutingen handeln und sie ersetzen. Foto: Ketterl
Schadhafte Stellen an der Kallhardtbrücke: Das Bauwerk soll 2022 für 5,3 Millionen Euro neu gebaut werden. Foto: Ketterl
15.08.2018

Marode Brücken: Pforzheim muss über viele Jahre Millionenlast schultern

Pforzheim. 40 Millionen Euro in den kommenden 20 Jahren: Mit diesen Ausgaben für marode Brücken rechnet die Stadt Pforzheim – wenn nicht noch weitere böse Überraschungen entdeckt werden.

Allein bei den zwei größten Brücken – Kallhardt- und Nordstadtbrücke – müssen für Neubau beziehungsweise Sanierung zusammen wohl rund neun Millionen Euro aufgebracht werden. Unklar ist, ob und wie viel Geld vom Land kommen könnte. Dass ohne Investition das Aus droht, zeigt der seit 2008 gesperrte Römersteg im Enzauenpark.

[Von "sehr gut" bis "ungenügend": Pforzheims Fußgängerbrücken im Vergleich] - für Abonnenten

Handeln müssen auch der Enzkreis und das Regierungspräsidium. Das Landratsamt geht die Sanierung der Salzachbrücke in Maulbronn und der Würmbrücke in Tiefenbronn-Mühlhausen an. Bis zum geplanten Neubau quasi unter Dauerbeobachtung steht die A8-Brücke bei Eutingen, nachdem jüngst ein herabgestürzter Betonbrocken fast einen Radler getroffen hätte.

Bildergalerie: Marode Pforzheimer Brücken

Nach dem Brückeneinsturz in Genua äußerte Pforzheims Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler ihr Mitgefühl. „Das schreckliche Ereignis von Genua macht mich zutiefst betroffen“, sagte Schüssler am Mittwoch. „Es hält uns allen vor Augen, wie wichtig es ist, kontinuierlich und frühzeitig in öffentliche Bauwerke und die Infrastruktur zu investieren“ – auch in Pforzheim. Wichtige Projekte seien angestoßen, man sei auf gutem Weg. Das engmaschige Prüfverfahren zeige früh mögliche Risiken auf: „Unsere derzeitige Situation gibt keinerlei Anlass zur Besorgnis.“

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