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Bühne frei für den musikalischen Höhepunkt: „Feuerherz“ bringen die Brötzinger Fußgängerzone zum Beben. Foto: Tilo Keller
Von Boxautos bis Riesenrad: Bei Nacht entfalten die Fahrgeschäfte optisch einen ganz besonderen Charme. Foto: Tilo Keller
Am frühen Nachmittag ist die Fußgängerzone bereits gut gefüllt. Foto: Tilo Keller
Gemütlicher Umtrunk: Rudi Salmen, Anna-Maria Salmen, Jennifer Salmen, Levente Barabas und Tamas Iozsef (von links).
15.11.2015

Martini-Markt bringt Schlagerstimmung ins Herz von Brötzingen

Was tun, damit eine Veranstaltung, die zwischen verkaufsoffenem Sonntag auf der Wilferdinger Höhe und Weihnachtsmarkt in der Innenstadt liegt, dennoch zu einem Erfolg wird? Die Antwort aus Brötzingen lautet: Sich etwas einfallen lassen. Und so bietet der fünfte Martini-Markt in der beschaulichen Fußgängerzone nicht nur Spiel und Spaß mit Fahrgeschäften, allerlei für Freunde lukullischer Gaumenfreuden vom deftigen Langos bis zu zuckersüßen gebrannten Mandeln, sondern präsentiert sich auch als kompaktes Schlager-Mekka.

Bildergalerie: Martinimarkt in Brötzingen begeistert die Massen

Dass für Liebhaber eingängiger Stimmungsstücke Namen wie „Arcustixx“, Pia Malo oder Julian David einen besonderen Klang haben, zeigt sich am samstäglichen Zuspruch. „Voller geht’s nicht“, freut sich ein strahlender Jörg Augensteine. Für den gestrigen Höhepunkt hatte der Sprecher der Interessgengemeinschaft Brötzingen Robin Marc, Ilka Wolf und „Feuerherz“ gewinnen können.

Die Entscheidung für Schlagerlastiges ist nicht nur persönlicher Vorliebe geschuldet, sondern gehört vielmehr zur Strategie. „Seit Helene Fischer ist der deutsche Schlager wieder da, wo er hingehört“, sagt Augenstein und erinnert sich an Beobachtungen, die er bei einem Konzert der Sängerin mit Zehntausenden Menschen in Stuttgart gemacht hat. „Von Jung bis Alt war alles dabei – das ist das Publikum, das wir ansprechen wollen.“ Und so nutzte der Mode-Experte seine privaten und beruflichen Kontakte, um die oft alpenländischen Künstler in den Nordschwarzwald zu locken.

„Tausendmal berührt“

Gestern beim verkaufsoffenen Sonntag war allerdings auch Fingerspitzengefühl angesagt. „Die Künstler spielen mittags immer 20 Minuten und machen dann 40 Minuten Pause“, sagt Augenstein. Schließlich sollen die Kunden ja noch zu den Geschäften durchkommen und in Ruhe von Stand zu Stand gehen können. Die Vorsicht ist angebracht, denn spätestens beim zweiten Lied – „Tausendmal berührt“ – bildet sich beim Schweizer Robin Marc die erwartete Zuschauertraube vor der Bühne. Die Kombination aus Kirmes, Einkaufen und Schlager bei sonnigem Herbstwetter wirkt.

Nach Ladenschluss gelten andere Regeln, können „Feuerherz“ ungebremst Gas geben. Die vier Traumschwiegersöhne in spe – darunter auch „Deutschland-sucht-den-Superstar“-Teilnehmer Sebastian Wurth – geben Songs aus ihrer aktuellen CD zum Besten und stellen gar zwei brandneue Weihnachtslieder vor. Und so endet der Sonntag in Brötzingen mit Schlagerstimmung.