nach oben
Hoch zu Ross zog Rebecca Puchinger vom Therapie- und Pferdesportzentrum Birkenhof Grunbach als Heiliger Martin mit den Kindern, Eltern und Erziehern von der Herz-Jesu-Kirche zum Lindenplatz hinter der Stadtkirche. Molnar
Hoch zu Ross zog Rebecca Puchinger vom Therapie- und Pferdesportzentrum Birkenhof Grunbach als Heiliger Martin mit den Kindern, Eltern und Erziehern von der Herz-Jesu-Kirche zum Lindenplatz hinter der Stadtkirche. Molnar
12.11.2017

Martinsumzug in Pforzheim: Mit der Laterne durch die Straßen

Fast keine Sitzplätze sind in der Herz-Jesu-Kirche mehr frei. Über 500 Kindergarten- und Schulkinder sind mit ihren Eltern und Erzieherinnen gekommen, um am großen Martinsumzug teilzunehmen.

Schon seit 2002 findet dieser als ökumenische Veranstaltung mit der Stadtkirche statt. „Dass es so viele Besucher sind wie vergangenes Jahr, überrascht uns“, sagt Organisator Roland Butscher angesichts des nasskalten Wetters. Mit 20 Helfern hat der Leiter der Communio-Gruppe das traditionelle Fest am Namenstag des Heiligen Martin erneut auf die Beine gestellt. Wer noch Martin oder Martina heißt, will denn auch der katholische Dekan Bernhard Ihle wissen – worauf einige Hände in die Höhe schnellen. Auch Martin Luther habe heute Namenstag. „Der Heilige Martin kam aus Ungarn und war ein toller Typ, eine Lichtgestalt“, sagt Ihle. Weil er Soldat war, werde er immer auf einem Pferd dargestellt.

Die Geschichte hinter dem Fest

Berühmt wurde er durch seine Güte und Mantelteilung mit einem Bettler, die Licht in die Welt brachte. Darum werde auch heute noch ein Lichtlein angezündet, um den frommen Mann zu verehren. Gemeinsam singen die Besucher das Lied „Ich geh mit meiner Laterne“, das vom Posaunenchor der Johannes-gemeinde unter Leitung von Wolfram Kienzle begleitet wird. Dann geht es hinaus in die Dämmerung. Bunte, ganz unterschiedliche Laternen haben die Kinder für den Umzug zur Stadtkirche gebastelt. Hanna (6) leuchtet ih-ren Weg mit einem Eulen-Lampion, Tünde (4) und Titus (2) mit einem leuchtenden Gesichter-vögelchen und Paul (4) mit einer Dino-Laterne. Auch Raben, Blu-men und Sterne sind zu sehen. Zügig folgt die Menge der Reiterin mit dem roten Mantel, Rebecca Puchinger vom Therapie- und Pferdesportzentrum Birkenhof Grunbach. Auf dem Pferd Hnoss von Anina Warch spielt sie den Heiligen Martin, führt die Gruppe bis zum Lindenplatz hinter der Stadtkirche. Im weiten Kreis stel-len sich alle um ein loderndes Feuer in einer Spezialbrandschale auf und verfolgen das Spiel von der Mantelteilung, für die das rote Gewand extra genäht wurde.

Zum sechsten Mal schlüpft Benedict Goldhorn in die Rolle des Bettlers. „Meistens können wir viel mehr teilen“, sagt Stadtkir-chen-Pfarrer Hans Gölz-Eisinger, der aus Stuttgart zum Umzug geeilt war – mit einem „Pferd“ auf vier Rädern und 75 Pferdestärken. Immer wieder wird gesungen, das Martinslied „Sankt Martin“, „Laterne, Laterne“ und „Durch die Straßen“.

Für Beleuchtung und Beschallung sorgt das Technik-Team der Communi-o-Gruppe, das unter anderem zwei große Scheinwerfer vom Kulturhaus Osterfeld geliehen hatte. Eva und Joachim Schopf verwöhnen die Besucher indes mit Grillwürstchen und Kinderpunsch. Und für den Heimweg bekommt jeder ein Martinsmännchen in Form eines Dambedeis mit. Auch in anderen Gemeinden fanden Martinsumzüge und Gottesdienste statt, etwa in der Seelsorgeeinheit Eutingen. Zudem gestalteten die einzelnen Kindergarteneinrichtungen in der Stadt eigene Laternenumzüge.