760_0900_114751_Min_Spende_H_P_Orthopaedie_04.jpg
Thomas Satinsky (links), Geschäftsführender Verleger und Vorsitzender von „Menschen in Not“, freut sich über die große Spende in Höhe von 9505 Euro von Ralph Fritz, Chef von H+P Orthopädie-Schuhtechnik.  Foto: Meyer 

Masken von H+P für guten Zweck sind Verkaufsschlager: Orthopädie-Schuhtechnikhersteller spendet 9505 Euro an PZ-Aktion

Pforzheim. Schutzmasken sind in Corona-Zeiten ein wahrer Verkaufsschlager. Diese Erfahrung machte Ralph Fritz, Chef von H+P Orthopädie-Schuhtechnik an der Westlichen in Pforzheim. Fritz wollte Gutes tun in dieser so schwierigen Zeit. Anfang April präsentierte er „Menschen in Not“, der Hilfsorganisation der Pforzheimer Zeitung eine Idee, die auf den ersten Blick nicht richtig zu einem Schuhgeschäft passen will: Das H+P-Team werde Gesichtsmasken produzieren und der Erlös aus deren Verkauf gehe als Spende an „Menschen in Not“. Und das in einer Zeit, in der jedes Unternehmen selber danach schauen muss, mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern irgendwie über die Runden zu kommen. Fritz und seine Mannschaft haben mit ihrer Aktion genau den Nerv von MIN getroffen: nämlich Notleidenden in der Region zu helfen.

Kaum stand der Bericht über die Masken-Aktion online auf PZ-news gingen bereits in der Nacht erste Anfragen ein. Und als am Morgen die gedruckte PZ erschienen war, konnte sich H+P vor Anfragen kaum retten. Eigens für telefonische Bestellungen wurde eine Mitarbeiterin abgestellt. Privatpersonen wie Arztpraxen wollten Gesichtsmasken. In der Werkstatt des Unternehmens, die auch während der Corona-Ladenschließung geöffnet haben durfte, ging es im wahrsten Sinne rund. Zwölf Mitarbeiter, ehemalige Kollegen und zwei Azubis produzierten fachmännisch Gesichtsmasken. „Wir mussten sogar Großaufträge ablehnen“, erinnert sich der H+P-Chef. Die angefragten Stückzahlen seien in der Werkstatt bei einer Produktionszeit pro Maske von 30 Minuten nicht zu leisten gewesen. Masken made bei H+P in Germany gingen weg wie warme Semmeln. Am Ende der Aktion werden 9505 Euro zusammenkommen, eine Riesen-Spende für „Menschen in Not“. Privatleute kauften den Gesichtsschutz für 20 Euro. An Arztpraxen und Mediziner gibt und gab Ralph Fritz die Masken kostenfrei ab. Etliche hätten dennoch bezahlt, weil der Erlös für einen guten Zweck sei, so der kreative Unternehmer.

Coronavirus - Pandemie im Herbst
Weltweit

Liveblog zum Coronavirus: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht, auf 63,1

Er und sein Team hatten zwar Neuland betreten, denn mit Schuhen haben die Masken nun wirklich nicht viel zu tun, aber man entwickelte ziemlich zügig knitze Einfälle: Kunststoff, der ursprünglich für orthopädische Schuhe vorgesehen war, diente als Haupt-Werkstoff für Masken. Nachschubprobleme gab es bei den Gummibändern – mittlerweile behoben. Doch ganz nach baden-württembergischen Tüftlertum wurde die Maskenherstellung schon bald optimiert. „Kostenlos“, so Fritz, stellte das benachbarte Unternehmen Carl Dillenius seit einigen Wochen Nieten zur Verfügung, die eigentlich dort vertrieben werden. Eine andere befreundete Firma habe mit der Produktionsumstellung auf 3-D-Drucker geholfen. Das klingt alles nach einem joint venture unter Gleichgesinnten, die sich der selbstlosen Hilfe verschrieben haben.

Von dieser Geisteshaltung profitierten neben „Menschen in Not“ insbesondere ältere Menschen, medizinische Risikofälle und einig Mediziner. Das H+P-Team darf getrost stolz sein auf das Geleistete in diesen schwierigen Zeiten.

Die Masken sind für 20 Euro erhältlich bei H+P Orthopädie-Schuhtechnik, Westliche 63, Pforzheim, telefonisch unter (07231) 2 13 14. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr, samstags von 9.30 bis 13 Uhr.

Susanne Knöller

Susanne Knöller

Zur Autorenseite