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Eine Frau hält in einem Waffengeschäft eine Schreckschusspistole in der Hand. Die Anzahl dieser Waffen in Haushalten steigt offensichtlich. Foto: Boris Roessler
Eine Frau hält in einem Waffengeschäft eine Schreckschusspistole in der Hand. Die Anzahl dieser Waffen in Haushalten steigt offensichtlich. Foto: Boris Roessler
20.08.2017

Mehr Anträge für kleinen Waffenschein: Schreckschusspistolen im Trend

Pforzheim. Aufgesetzt an der Schläfe, kann ein Schuss tödlich sein. Optisch ähnelt die Schreckschusspistole einer scharfen Waffe. Immer mehr Menschen führen sie aus vermeintlichem Selbstschutz mit sich oder haben sie neben dem Bett liegen für den Fall eines Einbruchs. Diesen Rückschluss zumindest lässt die Statistik zu.

Auch Pfefferspray gefragt

Im vergangenen Jahr hat das städtische Ordnungsamt in 286 Fällen dem Antrag auf den kleinen Waffenschein stattgegeben. Im Jahr zuvor waren es lediglich 57 Anträge und im Jahr 2014 noch weniger. Im laufenden Jahr hat das Ordnungsamt bereits 69 Anträge registriert. Nur in seltenen Fällen bleibt den Antragstellern das Papier versagt.

Diese Entwicklung deckt sich mit dem landesweiten Trend, wonach die Zahl der Anträge im vergangenen Jahr für kleine Waffenscheine sprunghaft angestiegen ist. Laut Innenministerium waren Ende Juni mehr als 71 000 Menschen im Besitz einer solchen Erlaubnis. Ende 2016 waren es noch 64 895 gewesen. Den Grund dafür sieht Pforzheims Ordnungsamtsleiter Wolfgang Raff darin, dass das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen insbesondere durch die Ereignisse der Silvesternacht in Köln 2015/2016 abgenommen habe. Der Trend sei aber wieder rückläufig. Der sogenannte kleine Waffenschein berechtige laut Ordnungsamt zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen außerhalb der eigenen vier Wände. Der Erwerb und der Besitz von solchen Waffen sei generell für jede Person über 18 Jahre frei, sofern ihr dies nicht ausdrücklich von der Behörde untersagt worden sei.

Bernd Schmidt, Geschäftsführer der Firma Jagd- und Sportwaffen Maria Schmidt, bestätigt die zunehmende Nachfrage nach Gaspistolen und nach Pfefferspray. Die Leute hätten zunehmend Angst vor Kriminellen und vor Ausländern.

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