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Verantwortung bei BiSa: Lili Gros (links), Jan Becker und Birgit Hattich.  Foto: Meyer 

Mehr Bürger in Schulen benötigt: Vereinsmitglieder von BiSa suchen Helfer

Pforzheim. Der neueste Fall, um den sich „Bürger in Schulen aktiv“ (BiSa) kümmert, sind zwei rumänische Kinder, die vor einer Woche nach Jahren in Spanien mit der Familie in Pforzheim ankamen. „Sie sprechen kein Wort Deutsch“, sagt Birgit Hattich, stellvertretende BiSa-Vorsitzende.

Aufgeweckte Kinder, die ohne Hilfestellung wenig Chancen auf ordentliche Schulbildung und entsprechendes Leben haben – das ist die Klientel, der sich die frühere städtische Ausländerbeauftragte Lili Gros im Ruhestand mit ihren Mitstreitern widmet. Als Lesepaten, in der Hausaufgabenbetreuung und überhaupt beim An-die-Hand-Nehmen. „Wir sind etwa 220 Mitglieder“, sagt Gros. „Und wir könnten doppelt so viele brauchen“, fügt Hattich an. Trotz vieler Versuche ist es noch nicht im erhofften Maß gelungen, Firmen dazu zu bringen, ihre baldigen Pensionäre fürs Mitmachen bei BiSa zu werben. Eine Imagekampagne, entwickelt mit Pforzheimer Studenten, soll Abhilfe schaffen. Verbunden mit dem Hinweis, dass Betriebe so in Zeiten des Azubi-Mangels frühzeitig auf sich hinweisen und etwas für Ausbildungsreife tun können.

Vorbildlich tut sich die Pforzheimer BW-Bank hervor. Filialleiter Jan Becker hat dies von Vorgängerin Ilka Knoth übernommen. Indem sich seine Azubis bei BiSa engagierten, erhöhten sie ihre soziale Kompetenz, ist er überzeugt. Der 37-Jährige geht mit gutem Beispiel voran: 2020 kandidiert er als Nachfolger von Lili Gros. „Trotz Wehmut“, sagt die 75-Jährige, „nach zehn Jahren ist es dann auch mal gut.“

Marek Klimanski

Marek Klimanski

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