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Auto in Flammen:   Mit spektakulären Präsentationen der Hilfeleistung auf dem Messplatz hat die Feuerwehr anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens an zwei Tagen der offenen Tür einen Blick hinter die Kulissen ihres Arbeitsalltags und ihren oft aufregenden Einsätzen im Dienst der Allgemeinheit werfen lassen.
Auto in Flammen: Mit spektakulären Präsentationen der Hilfeleistung auf dem Messplatz hat die Feuerwehr anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens an zwei Tagen der offenen Tür einen Blick hinter die Kulissen ihres Arbeitsalltags und ihren oft aufregenden Einsätzen im Dienst der Allgemeinheit werfen lassen. © Seibel
Fahrzeug-Ausstellung  der Feuerwehr auf dem Messplatz.
Fahrzeug-Ausstellung der Feuerwehr auf dem Messplatz.
05.07.2008

Mehr Frauen an den Brandherd - Feuerwehr Pforzheim feiert Jubiläum

PFORZHEIM. Wie leistungsstark und vielseitig, aber auch wie unterhaltsam und bürgernah die Pforzheimer Feuerwehr ist, hat sie anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens bei den beiden Tagen der offenen Tür am Wochenende bewiesen. Tausende Besucher staunten über spektakuläre Präsentationen, musikalische Höhepunkte und kinderfreundliche Aktionen.

Und Tausende rote Luftballons mit der Notrufnummer 112 hielten die jüngsten Besucher voller Stolz in ihren Händen. An jedem der beiden Aktionstage haben jeweils mehr als 300 Feuerwehrhelfer für einen reibungslosen Ablauf des Mammut-Programms gesorgt, wobei die Gäste auch kulinarisch verwöhnt wurden.

Torte in XXL-Größe angeschnitten

Mit guten Beispiel ging Kommandant Volker Velten voran: Er schnitt zur Fest-Eröffnung eine mit Brandschutz-Motiven gestaltete Buttercremetorte in der Feuerwehrgröße XXL an, die bereits gegen 16 Uhr fast vollständig verputzt worden war. Der Stadtfeuerwehrverbandsvorsitzende Joachim Butz sorgte für einen gekonnten, fast spritzfreien Fassanstich. So wurde – dem PZ-Motto gemäß – der Tag gut.

„Ich hätte erst mit einem späteren Gäste-Ansturm gerechnet, aber dass wir bei diesem Kaiserwetter schon gegen 15 Uhr das Haus voll hatten, zeigt, wie verbunden die Pforzheimer Bevölkerung mit ihrer Feuerwehr ist“, freute sich Kommandant Velten. Ähnlich drückte sich auch der stellvertretende Feuerwehrkommandant Bernd Wolf aus. Er hatte eine Arbeitsgruppe geleitet, die die Großveranstaltung zwei Jahre lang vorbereitete.

An den beiden Tagen ging es programmmäßig wie nur bei der Feuerwehr ab: da zerknallte eine Spraydose wie im Action-Film, da schlugen die Flammen einer Fettexplosion auf dem Messplatz in die Höhe, da prallte ein vom Feuerwehrkran auf eine Höhe von 18 Meter hochgehievter Crash-Wagen auf dem Messplatz auf und verdeutlichte den staunenden Besuchern, wie es aussieht, wenn ein Auto mit 60 Stundenkilometern gegen eine Mauer prallt. Fachmännischer Kommentar des 20 Monate alten Nico Nonnemacher aus Eisingen: „Bumm.“

Es beginnt mit einem „Tatütata“

Beim Betrachten der meterhohen Flammen einer mit Fett erhitzten Pfanne, auf die Wasser anstatt eine Decke zum Löschen geriet, meinte der Eutinger Industriemechaniker Andreas Wjist, dass da seine Kalamaris schnell durchgebraten seien. Seine dreijährige Tochter Sarah, die im evangelischen Kindergarten „Pusteblume“ in Eutingen bereits ein Lernbuch über den Feuerwehrmann Tobias aus Hamburg erhalten hat und seitdem lieber mit Modellautos ihres Vaters als mit Puppen spielt, ringt sich zu einem „Tatü – Tata“ durch. Das ist die beste Voraussetzung, um Pforzheimer Feuerwehrfrau zu werden, denn Carolin Lepnik, die gleich drei Jobs bei der Feuerwehr ausübt, hat ebenso angefangen. „Opa und Papa waren schon bei der Feuerwehr, und die haben mich überall zu den Veranstaltungen mitgenommen. Also spiele ich jetzt Querflöte im Spielmannszug der Abteilung Büchenbronn, bin aktives Mitglied bei Brandeinsätzen und arbeite zudem noch im Verwaltungsdienst bei der Fachamt-Feuerwehr“, erklärte sie. Das hatte zur Folge, dass sie gestern nach dem Gottesdienst zum Jubiläum beim Spielmannszug musizierte, sich dann schnell in die Einsatz-Dienstkleidung warf, um bei einerPräsentation „ihren Mann“ zu stehen und danach ihr Feuerwehr-T-Shirt anzog, um beim Bier-Ausschank zu helfen.

Fast eine Art Feuerwehrfamilienfest

Unterdessen heizte die Stadtkapelle Eppingen im Feuerwehrgerätehaus mit Pop-Songs anstelle der von manchem Besucher erwarteten Blasmusik die Stimmung an, und Stadtrat Hans-Joachim Bruch traf seinen Klassenkameraden von der damaligen Volksschule Dillweißenstein wieder: Den Weißensteiner Feuerwehr-Abteilungskommandaten Wolfgang Häffelin. Es war so etwas wie ein Feuerwehrfamilienfest an diesen beiden Tagen – egal, ob ein Gefahrengutaustritt simuliert wurde, ein Personenwagen in Flammen stand, Menschen vom Schlauchturm gerettet wurden, die Jugendfeuerwehr ihr Können bei einem simulierten Verkehrsunfall demonstrierte, die Hauptfeuerwache besichtigt wurde, in der Stadtkirche gebetet und anschließend fahnenschwingend mit Pauken und Trompeten zur Hauptfeuerwache marschiert worden war. Das bunte Bild, das die Feuerwehr abgab, und die überall plakatierten Werbeträger „Frauen an den Brandherd“, ließen manchen Mann schon befürchten, dass er jetzt wohl bald in die Küche müsse.

„Ein Fördermitglied werden“

Dagegen hilft nur, selbst bei der Feuerwehr mitzumischen und seinen Mann zu stehen. Wer jetzt Blut geleckt hat, für den hat der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbandes, Joachim Butz, einen Tipp: „Fördermitglied zu werden und den Stadtfeuerwehrverband zu unterstützen.“ Willkommen sind auch Jungen von zwölf bis 18 Jahren für die Jugendfeuerwehr sowie erwachsene für den aktiven Einsatzdienst und den Musikzug.

Infos zur Fördermitgliedschaft gibt es telefonisch unter (07231) 392511

www.feuerwehr.pforzheim.de