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Jede Menge Fragen hatte Referent Achim Nübel (Mitte), hier mit Gisela Schmauderer, Ute Kästner, Susanne Rudel und Elisabeth Müller (von links), zu beantworten.
Jede Menge Fragen hatte Referent Achim Nübel (Mitte), hier mit Gisela Schmauderer, Ute Kästner, Susanne Rudel und Elisabeth Müller (von links), zu beantworten. © Ketterl
24.11.2016

Mehr Geld für fast alle: Die neuen Pflegegrade im Überblick

Es genügte ein Blick ins PZ-Forum am Mittwochabend, um zu sehen, wie viele Menschen das neue Pflegestärkungsgesetz persönlich betrifft, das am 1. Januar in Kraft tritt. Sehr oft sind es Angehörige, die einen großen Teil der Pflege leisten – ganz überwiegend Ehefrauen oder Töchter. Sie alle wollen wissen, was sich mit dem neuen Pflegegesetz ändert. AOK-Experte Achim Nübel und AOK-Geschäftsführer Hartmut Keller machten den rund 180 Besuchern im PZ-Forum vor allem Mut: Grundsätzlich verbessere das neue Gesetz die Situation fast aller.

Woher wissen Betroffene, wie viel sie an Leistungen erhalten?

Wie bisher begutachtet der Medizinische Dienst, wie pflegebedürftig jemand ist. Die neuen Pflegegrade, die die bisherigen Pflegestufen ersetzen werden nach einem Punktesystem eingeteilt, von dem sich die Initiatoren mehr Gerechtigkeit versprechen. Vor allem spielen psychische und mentale Beeinträchtigungen damit künftig eine größere Rolle.

Was passiert mit den Menschen, die bisher schon eine Pflegestufe haben?

Sie müssen erstmals nichts tun. Die Kassen stufen sie automatisch in die neuen Pflegegrade ein. Zum Beispiel: Hat jemand Pflegestufe 1, wird er in den neuen Pflegegrad zwei übertragen, ohne dass er einen neuen Antrag stellen muss. Leidet er an Demenz oder anderen Belastungen, die bisher unter dem Stichwort „erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz“ laufen, rutscht er sogar in Pflegegrad drei.

Wer bekommt künftig was?

Das zeigt sich in der folgenden Tabelle. Wichtig: Niemand soll künftig weniger erhalten. Wen also einer der wenigen Fälle betrifft, in dem ihm gemäß der Pflegegrade weniger zustehen würde als bisher, erhält trotzdem den bisherigen, höheren Satz: Es herrscht Bestandschutz.

Alte Pflegestufen - 0(+EdA*) I I(+EdA*) II II(+EdA*) III III(+EdA*) Härtefall
Geldleistung   123 244 316 458 545 728 728 -
Pflegesachleistung   231 468 689 1144 1298 1612 1612 1995
Tages-/Nachtpflege   231 468 689 1144 1298 1612 1612 1612
Vollstationäre Pflege   231 1064 1064 1330 1330 1612 1612 1995
Neue Pflegegrade 1 2 3 4 5
Geldleistung - 316 545 728 901
Pflegesachleistung - 689 1298 1612 1995
Tages-/Nachtpflege - 689 1298 1612 1995
Vollstationäre Pflege 125 770 1262 1775 2005

Lesehilfe für die Tabelle: Wer bisher in der Pflegestufe 0 oder I lag, ist künftig im Pflegegrad 2. Wer nach Pflegestufe I (+EdA*) oder II eingestuft wurde, kommt in Pflegegrad 3. Wer nach Pflegestufe II (+EdA*) oder III eingestuft wurde, kommt in Pflegegrad 4. Und wer nach Pflegestufe III (+EdA*) oder als Härtefall eingestuft wurde, kommt in Pflegegrad 5.  

*EdA = Erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz

Mehr zur Veranstaltung im PZ-Forum und den neuen Pflegegraden lesen Sie am Freitag in der "Pforzheimer Zeitung".