nach oben
27.12.2009

Mehr Personal für die Arge im neuen Jahr

PFORZHEIM. Die Arge Jobcenter Stadt Pforzheim reagiert auf die steigenden Hartz-IV-Empfänger-Zahlen, deren Anträge bearbeitet werden müssen. Es sind daher sechs Mitarbeiter neu eingestellt worden. Weitere sollen folgen.

Die Finanzkrise konnte niemand voraussehen, sagt Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Agentur für Arbeit. So sei die Arge Jobcenter Stadt Pforzheim bis August/September mit ihren Mitarbeitern gut aufgestellt gewesen. Derzeit sind 110 Mitarbeiter bei der Arge tätig.

Insgesamt, so Reiber, seien die Bedarfsgemeinschaften, also die Haushalte, die von Hartz-IV leben, im Jahresdurchschnitt gesunken: Sie seien in einem Zeitraum von Oktober 2007 auf September 2008 durchschnittlich von 5109 auf 5090 bis September 2009 gesunken.

Neuere Zahlen kann die Agentur nicht vorlegen. Sozialamtsleiter Rüdiger Staib hingegen schätzt, dass die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften im November auf 5700 angestiegen sei.

Rückstände an Akten

Agentur-Chef Reiber erklärt, dass sich bei der Bearbeitung in der Arge Rückstände angestaut hätten. Allerdings betont Reiber, dass es sich bei um „nicht auszahlungsrelevante 3000 Schriftstücke“ handle. Zudem habe die Arge Bearbeitungsrückstände bei Fragen der Rentenversicherungen: Da habe sich seit Mitte des Jahres ein Rückstand von 1500 Fällen angesammelt. Um diese unbearbeiteten Akten auf den laufenden Stand zu bringen, hat die Arge sechs zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, die laut Reiber nach einer Einarbeitungszeit von acht Tagen bereits „leichtere Fälle“ bearbeiten können. Ein anderes Problem ist aber durch dieses zusätzliche Personal nicht gelöst. In der Arge Jobcenter Stadt Pforzheim herrscht eine Fluktuation von 20 Prozent, berichtet Reiber. „Wenn Du jeden fünften Mitarbeiter neu einlernen musst, dann ist das viel“, so der Agentur-Chef. Denn zwischen Agentur und der Stadtverwaltung herrschen zwei unterschiedliche Philosophien bei der Personalbesetzung.

Keine zeitnahe Besetzung

Dies bestätigt Staib: „Wir sind der Ansicht, dass wir für die Bearbeitung von schwierigen Fällen, bei denen es sich um Langzeitarbeitslose mit allen möglichen Problemen handelt, Sachbearbeiter im gehobenen Dienst einsetzen müssen.“

Außerdem würden nach der städtischen Philosophie Sachbearbeiter erst mit den Kunden in Kontakt kommen, wenn sie eine fünf- bis sechsmonatige Einarbeitungszeit erhalten hätten. Staib gesteht auch ein, dass es der Stadt nicht immer gelungen sei, die Stellen zeitnah zu besetzen. Schließlich sei die Perspektive eines Diplomverwaltungswirts eine Anstel- lung als Beamter zu erhalten und nicht in der Arge beschäftigt zu bleiben. „Wenn zu viel Geschäft da ist, und zu wenig Personal, dann ist das ein Teufelskreis “, so Staib.

Weitere Anpassung

Einig sind sich beide Fachleute, dass im kommenden Jahr vermutlich nochmals mehr Arbeit auf die Arge zukommen wird. Agentur-Chef Walter Reiber geht davon aus , dass im Frühjahr eine „weitere Personalanpassung“ notwendig sein wird.

Die Stadtverwaltung hat laut Staib für das kommende Jahr in den kommunalen Haushalt eine Summe von 25,2 Millionen Euro für die Kosten für Unterkunft und Heizung eingestellt. Zum Vergleich: In diesem Jahr benötigte das Sozialamt 21,4 Millionen Euro, um die Mietzahlungen und die Heizung der Hartz-IV-Empfänger zu ermöglichen. Immerhin musste sich das Sozialamt aufgrund der Kostensteigerung in diesem Jahr 1,4 Millionen Euro nachgenehmigen lassen.