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Routine: Der Mitarbeiter Axel Winkler bereitet in der Praxis des Allgemeinmediziners Alfred Scheld die Abgabe eines Ersatzstoffes wie Methadon oder Polamidon vor. Mancher Abhängige kommt täglich, andere einmal in der Woche. Foto: Klaus Kerth
Routine: Der Mitarbeiter Axel Winkler bereitet in der Praxis des Allgemeinmediziners Alfred Scheld die Abgabe eines Ersatzstoffes wie Methadon oder Polamidon vor. Mancher Abhängige kommt täglich, andere einmal in der Woche. Foto: Klaus Kerth
14.08.2017

Mehr Süchtige, weniger Ärzte: Experten sind in Sorge um die Zukunft von Drogenkranken

Seit 26 Jahren führt der Allgemeinmediziner Alfred Scheld eine Substitutionspraxis in der Nordstadt. Er begann damit, als es unter strengen Auflagen gesetzlich zulässig wurde, Heroinabhängigen einen legalen Ersatzstoff wie Methadon oder Polamidon gegen Rezept zu verabreichen.

Es war die Zeit, als der Träger Plan B (damals AG Drogen) den Kontaktladen Loft an der Bleichstraße als Bundesmodell an den Start schickte. Ursprünglich versorgten Scheld und vier weitere Ärzte Abhängige in Stadt und Enzkreis. Heute arbeiten drei Praxen mit dem Drogenhilfeträger Plan B zusammen. Doch die Zahl der Patienten habe sich gegenüber dem Jahr 2000 auf rund 400 nahezu verdoppelt, sagt Scheld.

Etwa die Hälfte von ihnen kommt in Schelds Praxis, für die er eine Sonderzulassung von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hat. Der 65-jährige Suchtmediziner hat eine spezielle Logistik aufgebaut, damit seine Kunden zwanglos an ihr Medikament kommen und auch auf der Straße nicht schief angesehen werden. Sein substituierender Kollege Herbert Frankl ist mit 68 Jahren ebenfalls im Rentenalter und betreut 150 Patienten. In Pforzheim zeichnet sich ab, was landesweit bei Experten, etwa der Landesstelle für Suchtfragen des Paritätischen, große Sorge hervorruft. Der Druck auf die wenigen verbleibenden Substitutionsärzte wächst, dabei sinkt deren Zahl altersbedingt ständig weiter.

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