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Auch vor der Inselschule am Altstädter Kirchenweg dürfen Autofahrer unter der Woche tagsüber mit maximal 30 Sachen unterwegs sein – zur Sicherheit der vielen dort ein- und ausgehenden Kinder. Foto: Ketterl
Auch vor der Inselschule am Altstädter Kirchenweg dürfen Autofahrer unter der Woche tagsüber mit maximal 30 Sachen unterwegs sein – zur Sicherheit der vielen dort ein- und ausgehenden Kinder. Foto: Ketterl
13.02.2018

Mehr Tempo 30: Liste der Limits für Stadtgebiet wird länger

Pforzheim. Das Aufatmen besorgter Mütter war förmlich zu hören: An der Maximilianstraße wird Tempo 30 eingeführt – zum Schutz der Kita- und Schulkinder, aber auch der dort lebenden Senioren. Eben die Verkehrssicherheit will die Stadt vor möglichst allen solchen Einrichtungen erhöhen. Das wirft die Frage auf, ob nicht überall ein Limit sinnvoll wäre.

Bereits eingerichtet wurde solch ein Limit vor der Inselschule, Brötzinger Schule, Kita Schloßberg, Schloßpark-Schule am Schulberg, Kinderhaus Wurmbergerstraße, Kita Maximilianstraße, Seniorenheim Luisenstraße, Grundschule Dillweißenstein, Hirsauer Straße, Kita an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße (Nähe Haus der Jugend) und Kita Deichlerweg.

Tempo 30 ist geplant an der Kurzen Steig beim Siloah, Raphael-Schule in der Eutinger Hauptstraße, beim katholischen Kindergarten Maria Frieden (Auf der Rodplatte), bei den Kitas Blücherstraße sowie an der Pforzheimer Straße in Büchenbronn und am Theodor-Heuss-Gymnasium an der Zerrennerstraße. „Wenn das Wetter mitspielt, sollen die Maßnahmen bis zum Sommer abgeschlossen sein“, sagt der städtische Sprecher Philip Mukherjee.

Vor Schulen gelte Tempo 30 in den Abend- und Nachtstunden nicht mehr, so Mukherjee – es sei denn, die Einrichtung liege ohnehin innerhalb einer regulären Tempo-30-Zone: „Die maßgeblichen Zeiten sind auf der Zusatzbeschilderung dargestellt.“ Da auch in Ferienzeiten schulische Veranstaltungen oder Ferienprogramme stattfinden, gelte auch in diesem Zeitraum die 30er-Beschilderung. Zudem sei eine Aufhebung in der Ferienzeit vom Gesetzgeber nicht vorgesehen.

Tatsächlich hat die Grüne Liste bereits im August 2016 beantragt, auf allen Nebenstraßen im Stadtgebiet Tempo 30 einzuführen. Ein Schritt, den andere Kommunen im Bundesgebiet gegangen sind – teils begleitet von heftigen Diskussionen in der Bürgerschaft. Die Europäische Gesellschaft für Entschleunigung (Eugent) mit Sitz in Berlin listet als „Trendsetter“ etwa Bad Dürrheim, Denzlingen, Freiburg und Heidelberg auf, aber auch Hannover, München und Münster. Immer stärker rücken solche Limits auch für Hauptverkehrsstraßen ins Visier.

Früher musste eine erhöhte Unfallgefahr nachgewiesen werden, um für Bundesstraßen und Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 zu erlassen. Aufgrund einer Änderung der Straßenverkehrsordnung kann nun vor Schulen, Kitas, aber auch Krankenhäusern und Pflegeheimen dieses Limit eingerichtet werden.

Tatsächlich muss sich die Stadt an Bundesvorgaben halten, und nach der bisherigen Straßenverkehrsordnung ist in Deutschland die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften im Regelfall Tempo 50. Allerdings stellt der Erste Bürgermeister Dirk Büscher die Bedeutung solcher Limits vor „verkehrssensiblen Einrichtungen“ heraus: „Die Sicherheit der Kinder und älteren Menschen im Straßenverkehr ist für mich von ganz besonderer Bedeutung.“ Auf nahezu allen innerörtlichen Nebenstraßen (80 bis 90 Prozent) gilt bereits Tempo 30.

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