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© Symbolbild: dpa
22.08.2011

Mehr Tote und Verletzte auf deutschen Straßen

Wiesbaden/Pforzheim. Auf den Straßen in Deutschland sind im ersten Halbjahr 2011 deutlich mehr Menschen gestorben und verletzt worden als vor einem Jahr. Die Zahl der Unfälle ging gleichzeitig leicht zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag berichtete. Im Bereich der Polizeidirektion Pforzheim kamen im Jahr 2010 12 Menschen auf der Straße ums Leben, in diesem Jahr gibt es bereits sieben Unfallopfer zu beklagen.

1809 Autofahrer, Fußgänger und Zweiradfahrer kamen in Deutschland in den ersten sechs Monaten ums Leben, das waren 141 oder 8,5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010. Fast genauso hoch war der Anstieg bei den Verletzten mit 8,1 Prozent auf 182 800.

Die Polizei nahm rund 1,12 Millionen Unfälle auf - 2,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Darunter waren erheblich mehr Unfälle mit Verletzten oder Getöteten als im Vorjahr (plus 8,8 Prozent). Das Risiko, im Verkehr tödlich zu verunglücken, war nach wie vor im Osten Deutschlands besonders hoch. Außerdem starben deutlich mehr Jugendliche und Motorradfahrer.

Die Zahl der Verkehrstoten geht im Jahresvergleich seit längerem deutlich zurück. Eine Erklärung für den jetzigen Anstieg im ersten Halbjahr 2011 ist auch, dass die Zahl im Jahr 2010 auf einen Rekordtiefstand gefallen war - Grund: Anfang 2010 gab es einen extrem harten Winter, der nach Angaben der Statistiker dazu führte, dass es besonders wenig schwere Unfälle gab. „Bei schlechter Witterung fahren weniger Menschen Auto und es sind auch weniger Zweiradfahrer und Fußgänger unterwegs“, erläuterte dies Statistikerin Ingeborg Vorndran. „Im Sommer gibt es normalerweise mehr Tote.“ Im ersten Halbjahr 2009 waren noch mehr Menschen auf den Straßen umgekommen als 2011.

Besonders krass: 52 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren starben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres - das waren 20 oder 63 Prozent mehr als im selben Zeitraum 2010. Außerdem kamen 268 Motorradfahrer ums Leben - plus 32 Prozent. Für Juni haben die Fachleute noch keine detaillierten Ergebnisse.

Besonders stark war der Anstieg der Verkehrstoten im ersten Halbjahr 2011 im Osten Deutschlands, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und in Thüringen. In den beiden Ländern kamen jeweils 29 Prozent mehr Menschen ums Leben als im Vergleichszeitraum 2010. Insgesamt starben in elf Bundesländern mehr Menschen im Straßenverkehr. Weniger waren es dagegen in Bayern, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.