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Ein echter Publikumsmagnet auf der Messe im CCP: Maxime Nowak aus Straubenhardt testet unter der Anleitung von Robin Junge die HoloLens-Brille – mit Blick auf ein Porschemodell. 
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Hilft auf dem Weg zu einer steilen Karriere: PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer (rechts) eröffnet die Messe „Meine Karriere 2019“ im Pforzheimer CongressCentrum. Keller 
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Auf ins Getümmel: Viele Besucher strömten ins CCP. 
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Auf Fehler geprüft: Karrierecoach Marco Heidrich checkt die Bewerbungsmappe von Lara Sauter aus Remchingen. 
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Kostenlose Bewerbungsbilder am PZ-Stand: Thomas Sommer fertigt Fotos von Philip Kutsche an. 

"Meine Karriere": Gute Unternehmen brauchen gute Mitarbeiter

Hosenanzüge, weiße Blusen, schicke Schuhe: Dieser Anblick vor dem CongressCentrumPforzheim (CCP) ist bei manchen Veranstaltungen nicht ungewöhnlich – aber für den ersten Fachkräftetag „Meine Karriere 2019“ der „Pforzheimer Zeitung“ eine Premiere. Am Samstag strömten Tausende Besucher durch die Gänge der Messe, führten Gespräche mit Unternehmen aus der Region und besuchten zahlreich die Vorträge rund um das Thema Karriere.

„Ganz nah an den Menschen zu sein, das ist Teil unserer DNA“, sagte PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer bei der Eröffnung der Messe. Deshalb erweitere die PZ ihr Portfolio um eine Karriere-Messe, die fortan Unternehmen aus der Region eine Plattform zum Netzwerken bietet. Unternehmen, die die Vorstellungen der neuen Generation an die Arbeitswelt schon längst verstanden hätten, sagte Esslinger-Kiefer: „Die neuen Lieblinge der Medienarbeitswelt heißen Work-Life-Flow und Work-Life-Blending – fließende Übergänge, statt Balancieren zwischen zwei getrennten Welten“, so der Verleger. Das zu begreifen sei wichtig, um qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu halten.

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"Meine Karriere" informiert im CCP über breitgefächerte Berufsmöglichkeiten - Teil 2

25 Unternehmen und Dienstleister zeigten im CCP ihre Kompetenzen – und warben um potenzielle Fachkräfte. Auch wenn Firmen aktuell verhalten auf die konjunkturelle Eintrübung reagieren – kluge Köpfe werden immer gebraucht, so der Tenor zahlreicher Aussteller.

Qualifizierte Mitarbeiter an ein Unternehmen zu binden, bleibt eine Herausforderung, bestätigte auch Stephan Scholl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw, die auch mit ihren Personal-Experten vertreten war. „Wir haben so viele ‚Hidden Champions‘ in der Region“, betonte Scholl. Die könnten auch für Fachkräfte und junge Absolventen interessant sein.

Die Resonanz der ersten Karriere-Messe übertraf die Erwartung der Organisatoren. Trotz des sonnigen Wetters kamen zahlreiche Interessierte – auch die prominenten Besucher aus Wirtschaft und Politik sowie die Aussteller waren positiv überrascht. „Wir hatten interessante Gespräche nicht nur mit jungen Menschen, die eine Ausbildung suchen, sondern auch mit Fachkräften“, sagte Inge Reim, Head of Human Ressources bei Gustav Rau. Dem schließt sich das Team von Härter an. „Es ist ein sehr interessiertes Publikum, das aktiv das Gespräch sucht. Alle Altersklassen sind vertreten.“

Andere Aussteller hätten sich dagegen etwas mehr Berufstätige gewünscht – denn Ausbildungsmessen gebe es zahlreiche, Messen für das Recruting von Fachkräften in der Region aber nicht. „Die sind noch nicht etabliert“, sagte Jessica Proß, Personalreferentin bei Kramski. „Meine Karriere 2019“ sei deshalb eine „schöne Plattform“. Auch für ältere Menschen biete sie „eine gute Chance, sich bei Firmen persönlich vorzustellen“. Kramski sei dafür bekannt, das Potenzial älterer Arbeitnehmer zu schätzen.

Auch die IHK Nordschwarzwald lobte den Ansatz der Messe, die Menschen anspricht, die mitten im Berufsleben stehen und nach einem Neueinstieg suchen.

Viele der Besucher kamen gut vorbereitet, manche mit einem Bewerbungsflyer, manche mit einem Lebenslauf, berichtete Swen Koch, Personalleiter bei Possehl Electronics. Das auf Entwicklung und Herstellung von mechatronischen Bauteilen spezialisierte Unternehmen – einst Pretema – nahm die Messe wahr, um auf sich aufmerksam zu machen. „Für uns war es wichtig, unseren Bekanntheitsgrad in der Region zu steigern“, so Koch.

Um die Eigenwirkung war auch Meyle+Müller bedacht: „Den Namen kennt man in der Region, aber viele Menschen wissen nicht, was wir eigentlich machen“, sagte Peter Nagel, Creative Director bei Meyle+Müller. Deshalb nutzte der Mediendienstleister die Messe, um sich als ortsansässiges Unternehmen zu zeigen und das Mindset der Menschen zu sensibilisieren, so Nagel. Beispielsweise mit einer HoloLens-Brille von Microsoft und einem Porschemodell, das die Massen anlockte. Es ist ein Projekt des Porsche-Design-Teams aus Weissach und den CGI-Experten von Meyle+Müller sowie Mixed-Reality-Entwicklern von medialesson aus Pforzheim. Es demonstriert, wie die Modellierung von Design-Veränderungen mittels holographischer Elemente beschleunigt werden kann: Realität und Projektionen vermischen sich, Prozesse werden erlebbar. Wie das funktioniert, konnten Besucher selbst testen: Das Tippen in die Luft und die typische Geste von Daumen und Zeigefinger faszinierte Jung und Alt.

Auch die Medizinstudentin Stella Lee probierte die Brille aus – und tauchte dabei in die Technikwelt ab. „Mich bringt allgemeines Interesse hierher. Es ist nie falsch, sich zu informieren und zu schauen, was es für Möglichkeiten gibt“, so die Studentin.

Aber auch das kostenlose Angebot am PZ-Stand kam bei den Besuchern gut an: Eine Schlange bildete sich vor dem Fotografen, um Bewerbungsbilder zu machen – und die Liste für den Bewerbungsmappencheck war gleich zu Beginn der Messe ausgebucht. „Menschen mittleren Alters, Auszubildende aber auch Studienanwärter kamen mit konkreten Fragen“, sagte Karrierecoach Marco Heidrich.

Katharina Lindt

Katharina Lindt

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