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Der ehemalige Fertigungsleiter der Firma Wellendorff, Karl Urbitsch (links), überreicht Goldschmiedemeisterin Lena Stahl den Ernst-Alexander-Wellendorff-Gedächtnispreis. Mit dabei Rektor der Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Michael Kiefer (dritter von links), Margit Köpfer, Obermeisterin der Gold- und Silberschmiede-Innung Pforzheim-Enzkreis und das Mitglied der Prüfungskommission Bernhard Haas.  Foto: Eickhoff 

Meistertrunk im Parkhotel: Goldschmiedemeister werden ins Berufsleben entlassen

Pforzheim. Es ist eine jahrzehntealte Tradition, die am vergangenen Samstagabend im Parkhotel acht frisch gekürte Goldschmiedemeisterinnen der Pforzheimer Goldschmiede-Schule mit Uhrmacherschule in ihr Berufsleben entließ. Diese feierliche Zeremonie wurde bereits im frühen Mittelalter von den Handwerkszünften sehr hoch geehrt. Heute wird sie schon seit vielen Jahren von der Gold- und Silberschmiede-Innung Pforzheim-Enzkreis weitergeführt. So betupften die Mitglieder der Prüfungskomission, Sieglinde Kugler, Frank Gehring, Bernhard Haas und Michael Schulz vor Familie und Freunden die Stirn der Jungmeisterinnen mit Borax und Polierrot. Borax, damit Schmelzen und Löten immer meisterlich gelingt, und Polierrot, damit die Schmuckstücke stets Glanz und Freude bereiten.

Vier leichte Hammerschläge auf die Schulter sollen das Beherrschen von Gold, Silber und anderen Metallen symbolisieren und der finale Schluck aus den Meisterbechern mit Inschriften wie „Nur der kann Meister sein, der seine Arbeit liebt“ soll den Geist der ehrbaren Meisterin in den jungen Abschlussgängerinnen fortsetzen.

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Kultur

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Neben der feierlichen Zeremonie erhielten die Jungmeisterinnen Jennifer Ackens, Sarah Bayha, Joana Feith, Elina Kinderreich, Alina Mäken, Diane Schmidt, Lena Stahl und Magdalena Stefaniak auch gute Glückwünsche mit auf den zukünftigen Weg. So ist es für Michael Kiefer, Rektor der Goldschmiedeschule, ein großes Anliegen. „Für den Meister ist das Mittelmaß ein Graus. Deshalb geht genau euren Weg, den ihr vorhabt, euer Können, euer Wollen ist das Fundament. Sagt dazu Ja.“

Die Obermeisterin der Gold- und Silberschmiede-Innung Pforzheim-Enzkreis Margit Köpfer beruft sich bei ihrer Eröffnungsrede auf ein altes Sprichwort und ermutigt die jungen Frauen:

„Nur wer etwas wagt, gewinnt. Lassen Sie sich nicht verunsichern von den aktuellen Umständen, packen Sie es an. So können Sie mit Zuversicht weiter planen. Bleiben Sie zuversichtlich und optimistisch und ehrlich bei Ihrer Arbeit. Sie sind Hoffnungsträger für die Zukunft und tragen dazu bei, dass das Goldschmiede-Handwerk seinen hohen Stellenwert, die Qualität und Hochwertigkeit beibehalten werden kann. Denken Sie daran, ein guter Name ist Gold wert.“

Und den hat sich Absolventin Lena Stahl bereits in den Köpfen des Pforzheimer Familienunternehmens Wellendorff gemacht. Die Goldschmiedemeisterin hat in diesem Jahr den Ernst-Alexander-Wellendorff-Gedächtnispreis, stellvertretend durch Karl Urbitsch, dem ehemaligen Fertigungsleiter der Firma Wellendorff, erhalten.

Der Preis wird seit 28 Jahren für besondere Leistungen verliehen, seinen Ursprung findet er anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Manufaktur im Jahr 1993. Wellendorff legt bei dem geehrten Schmuckstück einen hohen Wert auf „Qualität gepaart mit Kreativität und Können“, was Lena Stahl in ihrem ovalen Armreif aus Silber und Gelbgold vereint. „Auffallend ist das Design, der Korpus aus zwei gleichen Teilen, die durch Goldscharniere verbunden wurden und gleichzeitig als Gestaltungselement ausgelegt sind. Der Korpus hat eine geradlinige, moderne Form.

Die Besonderheit dieses Schmuckstücks besteht darin, dass die Bewegung und der Verschluss die gleiche Optik haben. Der präzis gearbeitete Federscharnier gewährleistet einen sicheren Verschluss. Er wurde mit höchster Genauigkeit gefertigt.“