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Norbert Haug, Motorsport-Chef im Mercedes-Rennstall, hat mit Schülern im Kepler-Gymnasium diskutiert. © Ketterl
28.09.2011

Mercedes-Sportchef Norbert Haug kehrt an Kepler-Gymnasium zurück

PFORZHEIM. In der Klasse 6b – „unten, im Gang ganz hinten“ – hat der frühere Kepler-Gymnasiast und heutige Motorsport-Chef des Mercedes-Rennstalls, Norbert Haug, einst die Schulbank gedrückt. „Diesen Raum habe ich als erstes gesucht“, sagt Haug, der am Mittwoch mit rund 50 Schülern des technisch-naturwissenschaftlichen Profils über den „Formel-1-Zirkus“ diskutiert hat.

Bildergalerie: Norbert Haug zu Besuch im Kepler-Gymnasium

„Macht es nicht so wie ich und hört euren Lehrkräften besser zu, denn ich war nicht der mega-starke Schüler“, bekennt der Mann, zu dem die meisten Kepler-Gymnasiasten im Raum bewundernd aufblicken. Manche wollen wissen, wie man Motorsport-Chef bei Daimler-Benz wird. „War das richtiges Kämpfen um den Job oder pures Glück?“, fragt ein Schüler. „Man muss eine großere Begeisterung, für das, was man tut, haben, dann kommt auch das Glück, wenn man beständig darauf hin arbeitet“, sagt er. Natürlich müsse man auch kämpfen, aber nicht mit „Säbel rasseln“, sondern mit der Selbstkritik,, immer noch ein bisschen besser werden zu wollen. Dabei möge er das Wort „Stress“ nicht, „denn das ist für mich ein Ausdruck von Nichtkönnen, ein Zeichen dafür, dass man sich nicht selber sortiert“, so Haug und beantwortet die unterschiedlichsten Schüler-Fragen.

Nein, einen richtig umweltfreundlichen Rennwagen werde es wohl nicht geben, „denn 700 Pferde fressen ja auch mehr als 70“. Aber der Rennsport sei dennoch nicht so schädlich für die Umwelt, wie manche glaubten. „In der Zeit, wenn 20 Autos auf der Rennstrecke sind, fahren durchschnittlich 20 Millionen normale Fahrzeuge der Bürger im Straßenverkehr nicht“, so Haug. „Außerdem haben wir die verbrauchsgünstigsten Motoren im Konkurrenz-Umfeld.“

Mercedes arbeite an einer neuen Motoren-Generation, die auf eine Reduzierung des Schadstoffgehalts von rund 30 Prozent abziele. „Und im nächsten Jahr werden wir ein komplett neues Auto in der Formel I haben“, kündigt er an. Von Innovationen, wie man beispielsweise Abgase verwendet, um mehr Antrieb zu generieren, bis zu seiner Einschätzung, dass Diesel-Fahrzeuge in der Formel 1 wohl keine Chance hätten, reicht das Themenspektrum. „Die Formel 1 ist mehr als ein 24-Stunden-Rennen von Le-Mans, wo man Dieselfahrzeuge einsetzen kann“, sagt Haug. Und man dürfe keinesfalls den geräuschvollen Motor-Sound unterschätzen, der ein wichtiger Bestandteil des Formel 1-Renzirkusses sei. „Bis Sie ihr Abitur in der Tasche haben, werden wir wieder Weltmeisterschaften gewinnen“, sagt er zu den Schülern, wobei der 18-jährige Abraham das Fazit zieht: „Der Mercedes meiner Eltern ist gut. Da muss doch der Motorsport-Boss des Autos mit dem Stern auch eine gute Marke sein.“