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06.07.2009

Merkel soll im September nach Pforzheim kommen

PFORZHEIM. Das beste Zugpferd, das die Christdemokraten für den Bundestagswahlkampf im Stall haben, kommt nach Pforzheim: Am 3. September spricht Kanzlerin Angela Merkel unter freiem Himmel. Wo, steht noch nicht fest.

Dass Gunther Krichbaum, CDU-Bundestagsabgeordneter für Pforzheim und den Enzkreis, stolz ist, merkt man ihm an. Gewiss bekommt Angela Merkel viele Anfragen von Kandidaten, denn die Strahlkraft der beliebtesten CDU-Politikerin soll beim Wähler bis auf die lokale Ebene reichen. Doch der Terminkalender der Kanzlerin ist prall gefüllt. Umso erfreuter müssen Abgeordnete sein, wenn Merkel sie beehrt. In Baden-Württemberg hat sie nur in drei Städten einen Auftritt: Ulm, Stuttgart – und Pforzheim. Open Air will sie sprechen, vor möglichst vielen Menschen – das hat sie zur Auflage gemacht.

Herausforderung für Polizei

Den Termin am 3. September, 15 Uhr, kennt Wolfgang Schick, der bei der Wahlkampf-Vorstellung gegenüber der Presse neben Krichbaum sitzt, bestens: Der Stadtverbandsvorsitzende der CDU ist hauptberuflich Polizeipressesprecher. Seine Kollegen, das weiß er, werden an diesem Tag gut zu tun haben.

Mit von der Partie wird auch der mächtigste Mann der Landes-CDU sein: der Fraktions-Chef und Landtagsabgeordnete Stefan Mappus. Er bescheinigt dem Parteifreund Krichbaum „inhaltlich gute Arbeit“ als Bundestagsabgeordneter und dass er „in geeigneter Form rüberkommt“ beim Bürger. Mappus sichert zu: „Wir geben Vollgas für Gunther Krichbaum.“

Der will sich nicht nur helfen lassen, sondern selbst ordentlich die Ärmel hochkrempeln und sein Direktmandat sichern. Krichbaum: „Dafür kämpfe ich – das war in Pforzheim mal anders“. Der Kampf besteht, was seine Person betrifft, nicht nur in Podiumsdiskussionen oder Info-Ständen. Der begeisterte Wanderer will „raus aus den Hinterzimmern“, rein in die Natur und bei etwa zehn Wanderungen durch die Region mit den Bürgern ins Gespräch kommen.

„Bessere Alternative“

Er wird versuchen, ihnen klar zu machen, dass mit Merkel deutlich mehr Staat zu machen sei als mit ihrem Widerpart Frank-Walter Steinmeier – gerade was die Positionierung Deutschlands im Konzert der Großen betrifft. Er will alles daran setzen, klar zu machen, weshalb Schwarz-Gelb die für Deutschland bessere Alternative sei als Rot-Rot-Grün.
Oder dass zwei Fraktionsvorsitzende im Stuttgarter Landtag, die Pforzheim und den Enzkreis vertreten – Stefan Mappus und Hans-Ulrich Rülke (FDP) – mehr für ihren Sprengel herausholen könnten als vielleicht ein Minister.

Er wird in Sachen Steuern davon sprechen, dass er „keine Entlastung auf Pump“ unterstütze. Krichbaum wird betonen, dass die Union beim Thema Westtangente „einen Fuß in der Tür hat“, dass man die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft – gerade den Mittelstand – verbessern wolle und die „Leistungsträger stärker in den Blickpunkt rücken müssen“.

„Viele erfolgreiche Projekte“

Was die Beurteilung der großen Koalition betrifft, drückt sich der Bundespolitiker etwas zurückhaltender aus, als es Mappus' Art ist. Der fordert: „Raus aus dieser unerträglichen Konstellation.“ Krichbaum sieht im Rückblick immerhin „viele erfolgreiche Projekte“, lässt aber gleichwohl keinen Zweifel daran, dass in seinen Augen „der Tank leer“ sei.