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24.01.2011

Messerstecher zu Bewährungsstrafe verurteilt

PFORZHEIM. In Abwesenheit ist ein 29-jähriger Mann von Amtsrichterin Stephane Ambs wegen gefährlicher Körperverletzung zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Ambs entsprach damit dem Strafbefehlsantrag von Staatsanwältin Anne Lina Thumm. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Der Angeklagte, der in Ulm wohnt und zum Prozesstermin nicht erschien, war am 11. Juli vergangenen Jahres gegen 19 Uhr in der Toilette beim Abgang zur Tiefgarage am Marktplatz von hinten an einen Mann herangetreten, der sich gerade die Hände wusch. Der Täter zückte ein Messer und versetzte seinem Opfer einen Schnitt über der linken Augenbraue. Beim Versuch, sich zu wehren, verletzte sich der Angegriffene zusätzlich am Handgelenk. Die Verhandlung war schon einmal angesetzt gewesen, scheiterte jedoch an Verständigungsschwierigkeiten zwischen dem irakischen Kurden und dem Dolmetscher für Arabisch.

An gleicher Stelle hatte sich im Juni 2008 ein ähnlicher Vorfall abgespielt – der jedoch tödlich endete: Ein 48-Jähriger, psychisch gestörter Mann hatte um die Mittagszeit einen 45 Jahre alten Mann in der Treppenabgang-Toilette mit mehreren Messerstichen umgebracht. Er sitzt seither in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie. ol