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21.09.2010

Messplatz: Neue Heimat für die Klientel des Benckiserparks?

Gegröle, Alkohol und Drogen – der Benckiserpark wurde zum Treffpunkt für Obdachlose und reichlich Alkohol trinkende Parkbesucher. Kinder begegnen diesen täglich auf ihrem Weg zur Schule, das Haus der Jugend liegt am Park, ein Kinderspielplatz ist in direkter Nähe. Stadtverwaltung und Polizei wollen Saufgelage von öffentlichen Plätzen fernhalten. Die Umsiedlung der Klientel auf den Messplatz wäre eine mögliche Lösung für das Problem.

Martin Wetzel, Leiter des Hauses der Jugend, hat seit den Sommerferien die Zunahme an Alkohol trinkenden Menschen im angrenzenden Benckiserpark bemerkt. Es fände ein Verdrängungswettbewerb statt. Außerdem gab es hier bereits mehrere Reibereien. Auch Jugendliche wurden schon belästigt. Trotzdem hält Wetzel die Idee, diese Gruppe auf den Messplatz umzusiedeln, nicht für richtig. Auch diese Menschen sollten ihren Aufenthaltsort frei wählen. Dann würden sie sich in der ganzen Stadt verteilen und allen wäre wohlgetan.

Salvatore Labarile, Besitzer des Kiosk am Messplatz, sieht der Umsiedlung mit gemischten Gefühlen entgegen. Eine Verlagerung der Gruppen zum Messplatz hält er einerseits für keine schlechte Lösung, weil dieser sich außerhalb des Zentrums befindet. Allerdings gibt es in unmittelbarer Nähe einen Spielplatz. Dort ist Alkohol trinken verboten. Er schlägt eine Umsiedlung dieser Gruppen ans Enzufer am Messplatz vor. Dann sollte hier aber auch eine Hütte errichtet werden, damit diese Menschen Unterschlupf vor Regen und Schnee finden. Genauso sollten die Toiletten unterm Kiosk am Messplatz wieder geöffnet werden, damit diese Menschen ihre Notdurft nicht hinterm Baum oder im Gebüsch verrichten müssen.

Außerdem gibt es bereits Gruppen von Rentnern und älteren Leuten, die sich auf dem Messplatz aufhalten – und das friedlich. Ob die Situation friedlich bleibt, wenn die Gruppen aus dem Benckiserpark auf die Gruppe auf dem Messplatz trifft, ist fraglich. Jessica Reiling

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