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Fast vergessen: Max Konstantin Gfell (Josef), Zoe Merkle (Engel), Hauptdarsteller Elias Trick (Light), Autorin Lea Engel, Christian Manz (Engel), Anne Link (Maria) und Tristan Donn (Wegweiser, von links) zeigen eine erzählenswerte Weihnachtsgeschichte. Foto: Läuter
Fast vergessen: Max Konstantin Gfell (Josef), Zoe Merkle (Engel), Hauptdarsteller Elias Trick (Light), Autorin Lea Engel, Christian Manz (Engel), Anne Link (Maria) und Tristan Donn (Wegweiser, von links) zeigen eine erzählenswerte Weihnachtsgeschichte. Foto: Läuter
13.12.2015

Methodistische Gemeinde zeigt eigenes Krippenspiel von junger Autorin

Geschichten schreibt Lea Engel schon länger. Veröffentlicht hat sie bisher allerdings noch keine. Das verwundert nicht, denn Lea zählt gerade einmal 15 Jahre. Trotz ihres zarten Alters wird am Heiligen Abend ihr erstes Bühnenwerk in der evangelisch methodistischen Erlöserkirche zur Aufführung kommen. Das trägt den Titel „Frohe Weihnachten – bald vergessen?“ und ist kein gewöhnliches Theaterstück, sondern ein modernes Krippenspiel in sieben Szenen, das eine gehörige Portion Gesellschaftskritik und Nachdenklichkeit.

Im Mittelpunkt steht ein neugieriger Junge namens Light, der kurz vor Heiligabend von seinem Lehrer mit den Worten „frohe Weihnachten“ in die Ferien entlassen wird. Als Light aber wissen möchte, was dieser Wunsch eigentlich zu bedeuten hat, wissen weder sein Lehrer noch seine Eltern eine Antwort darauf. Und schlimmer noch, alle Traditionen, die einst mit der Feier der Geburt Christi einhergingen – Weihnachtslieder, geschmückte Bäume, Plätzchen, ein feierliches Essen im Kreise der Familie – sind in Vergessenheit geraten. Nur der Zeitpunkt, zu dem man sich „frohe Weihnachten“ wünscht, ist noch bekannt.

Engel haben eine Lösung

Über die Gründe können auch Lights Eltern nur Vermutungen anstellen. Irgendwas mit einem weißhaarigen alten Mann, oder war da doch etwas, wie Lights Lehrer sagte, mit einem Baby? Die Lösung liegt schließlich nicht in Menschenhand. Als Light ins Bett geht, wird er von Engeln, die ihm den Weg in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft weisen, mitgenommen auf eine Reise.

25 Kinder und Jugendliche zwischen drei und 16 Jahren werden an der Aufführung beteiligt sein. Geprobt wird bereits seit Ende November unter der Regie von Leas Vater Ulrich. Auch Lea selbst hat ein wenig ihre Finger im Spiel, wie sie zugibt. Ihre Zwillingsschwester Chiara hatte vor drei Jahren bereits ein Krippenspiel geschrieben und darin auch selbst mitgewirkt. „Bei dem Namen“, scherzt Mutter Bettina, sei das ja im Grunde kein Wunder. Schon seit mehreren Jahren, berichtet Pfarrerin Bettina Gfell, werde das alljährliche Krippenspiel von Familie Engel maßgeblich betreut.Und dass Lea nun ebenfalls ein Krippenspiel geschrieben habe, das habe auch etwas damit zu tun, dass eigentlich sie eher die kreative Schreiberin der Zwillingsschwestern sei – und das nicht auf sich habe sitzen lassen wollen.

Geld verdienen möchte Lea trotz des offensichtlichen Talents erst einmal nicht mit dem Schreiben. Ganz bodenständig hat sie sich den Beruf der Erzieherin auserkoren und wird in Kürze eine Ausbildung beginnen. Das Schreiben wolle sie aber als Hobby aufrechterhalten.

Lea jedenfalls hat einen Weg gefunden, den für sie so wichtigen Glauben und dessen Inhalte wieder ins Gedächtnis der Menschen zu bringen und zum Erhalt religiöser Traditionen beizutragen.