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Die Schule war von schwer bewaffneten Polizisten umstellt. 

Minderjähriger droht, Mitschüler zu töten: So kam es zur Bedrohungslage in der Osterfeld-Schule

Pforzheim. Ausnahmezustand an der Osterfeld-Schule in Pforzheim: Sie wurde am Mittwochmorgen weitreichend abgeriegelt, die Polizei war mit 90 Einsatzkräften vor Ort und durchsuchte das Gebäude. Jetzt steht fest, von wem die ursprüngliche Drohung ausging: einem minderjährigen Schüler.

Laut Polizei erhielten die Beamten noch in der Nacht zum Mittwoch Kenntnis über einen Chatverlauf, in dem ein 12-jähriger Schüler der Schule beleidigt und bedroht wurde. Der Urheber der Nachrichten drohte demnach damit, den Jungen und dessen Freunde zu töten. Wie der zuständige Staatsanwalt Bernhard Ebinger gegenüber PZ-news erklärte, meldeten Eltern diese Tatsache der Polizei.

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Bedrohungslage an Osterfeldschule ausgerufen

Schüler nach Hause geschickt

Am Morgen stimmte die Polizei mit der Schulleitung ab, dass die Schule geschlossen bleiben sollte. Die Polizei sperrte den Bereich um die Schule ab. Den eintreffenden Schülern der Realschule wurde von ihren Lehrern mitgeteilt, dass der Unterricht ausfällt und sie nach Hause gehen konnten. Die Grundschüler wurden in der Turnhalle untergebracht und ihre Eltern verständigt.

Bis zur Abholung von den Erziehungsberechtigten wurden die Schüler von Lehrern und der Polizei betreut. Gegen 9 Uhr begann die Durchsuchung der Schule, die bis kurz vor 11 Uhr andauerte und ergebnislos verlief. Der polizeiliche Einsatz war danach beendet.

Schwer bewaffnete Polizisten an Pforzheimer Osterfeldschule
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Schwer bewaffnete Polizisten an Pforzheimer Osterfeldschule

Minderjähriger als Täter ermittelt

Die Kriminalpolizei hat nach intensiven Ermittlungen einen minderjähriger Mitschüler des 12-Jährigen als Urheber der Bedrohung ermittelt. Dieser räumte die Tat vollumfänglich ein. Motiv war nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei offenbar ein übler Scherz, wobei sich das Kind den weitreichenden Folgen seines Handelns nicht bewusst war. 

Nähere Angaben machten Polizei und Staatsanwaltschaft nicht zu dem Mitschüler – "ganz einfach aus dem Grund nicht, weil es ein Kind ist", so Ebinger. Die Identität des noch nicht strafmündigen Schülers müsse geschützt werden. Haften müsste das Kind daher auch nicht für den Vorfall, es gebe aber polizeiliche Maßnahmen wie Ansprachen oder Belehrungen. Weitere Details konnte der Staatsanwalt nicht nennen.

Teurer Großeinsatz

Wie viel der Einsatz mit den insgesamt 90 Polizisten aus Pforzheim sowie der Bereitschaftspolizei aus Bruchsal kostet, ist bislang nicht bekannt. Bei einem ähnlich großen Einsatz an der Nordstadtschule in Pforzheim vor rund einem Jahr bezifferte Polizeisprecher Ralf Minet die Kosten auf zwischen 4000 und 8000 Euro. Damals hatte eine 13-jährige Schülerin absichtlich Amok-Alarm ausgelöst.

Was am Mittwochmorgen geschah

Die Ereignisse hatten sich am Mittwochmorgen rund um das Osterfeld-Gebäude nahezu überschlagen. Was genau passierte, können Sie im Liveticker nachlesen.

Pforzheim

Liveticker zum Nachlesen: Einsatz beendet - Hinweis aus Schülerkreisen löst Großeinsatz an Osterfeldschule aus

Bus-Durchsuchungen werfen Fragen auf

Gleich mehrere Leser meldeten der PZ, dass Busse in Richtung Huchenfeld von der Polizei durchsucht worden seien. In den sozialen Medien mutmaßten die Nutzer, dass diese Maßnahmen mit der Bedrohungslage am Osterfeld zu tun haben könnten. Das dementierte ein Polizeisprecher am Mittwochabend. Die Busse seien durchsucht worden, allerdings stehe das in keiner Verbindung zu den Vorfällen rund um die Osterfeld-Schule. Näheres konnte der Sprecher nicht sagen und berief sich dabei auf laufende Ermittlungen.