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Den Fachmann an der Seite: Sat.1-Reporter Lars Juretzko (rechts) hat sich in Berlin mit Roland Rauschmayer zu Goldankäufern aufgemacht, um „schwarze Schafe“ zu entlarven. 
Gold-RR © Sat.1
06.04.2008

Mit Gold zum Sex-Shop

PFORZHEIM. Der derzeit hohe Goldpreis bringt viele Leute dazu, ihren abgelegten Schmuck oder so manches Erbstück zu „versilbern“. In den Scheideanstalten wird daher mehr eingeschmolzen als früher. Doch Vorsicht! Nicht hinter jeder Annonce „Kaufe ihr Gold oder Schmuck“, „Gold und Silber zu Höchstpreisen“ oder „Sofort Bargeld für Ringe, Ketten“ verbirgt sich ein seriöser Ankäufer.

Es tummeln sich jede Menge „schwarze Schafe“ in diesem Metier, die es nur darauf abgesehen haben, die Verkäufer übers Ohr zu hauen.

Die Sat.1-Sendung „akte 08“ wird sich am Dienstag um 22.15 Uhr mit dem Thema Gold- und Schmuckankauf befassen. Moderator Ulrich Meyer hat dazu nach Berlin seinen Freund Roland Rauschmayer als Experten einfliegen lassen. Der „Herr der (Trau)Ringe“ begleitete Sat.1-Reporter Lars Juretzko, als dieser versuchte, Schmuck zu verkaufen, der einen Goldwert von rund 2500 Euro besaß. „Wir haben uns in den Tageszeitungen einige Annoncen herausgesucht und sind dann losgezogen“, sagte Juretzko im Gespräch mit der PZ.

Mit versteckter Kamera wurden die Ankäufer aufgesucht. Wobei Rauschmayer und der Reporter oftmals Haarsträubendes erlebten. Einmal wurden uns gerade mal 180 Euro angeboten, ein anderes Mal weit unter 500. Schließlich landeten die beiden sogar in einem Sex-Shop. Auch der diente als Adresse, in dem Gold angekauft wurde. Zu welchem Preis? „Alles will ich natürlich vorher nicht verraten“, bemerkte Juretzko. Aber er berichtete noch von einem Händler, der seinen Kunden weismachen wollte, seine Waage sei gerade defekt und das Gewicht der Altware durch Augenschein einschätzte. „Unglaublich, aber wahr“, kommentierte Rauschmayer solch ein Erlebnis.

Und dass die „schwarzen Schafe“ ihre Kunden nicht nur übers Ohr hauen, sondern auch schnell mal handgreiflich werden, wenn ihnen ihre betrügerischen Absichten vorgehalten werden, wird in der Sendung „akte 08“ ebenfalls zu sehen sein. Roland Rauschmayer berichtete nach der Rückkehr aus Berlin jedenfalls von Vorfällen, „die man nicht glauben würde, wenn ich nicht selbst dabei gewesen wäre.“

Klar, dass ein Schmuckstück nicht annähernd mehr den Preis bringt, das es einst gekostet hatte, weil die Herstellungskosten meist weitaus höher sind als der Goldpreis. „Aber wie die Leute oftmals geprellt werden, ist schon unglaublich“, bemerkte Rauschmayer.