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Bernd, Sibylle Zilly und Gerhard Maulbetsch (von links) gehören zu den Gründungs- und Vorstandsmitgliedern des Bürgervereins Mäuerach, der silbernes Jubiläum feiert. Foto: Lorch-Gerstenmaier
Bernd, Sibylle Zilly und Gerhard Maulbetsch (von links) gehören zu den Gründungs- und Vorstandsmitgliedern des Bürgervereins Mäuerach, der silbernes Jubiläum feiert. Foto: Lorch-Gerstenmaier
15.07.2015

Mit Herzblut für den Stadtteil Mäuerach

Pforzheim-Eutingen. Für viele ausgebombte Pforzheimer, die das Inferno des Luftangriffs überlebt haben, ist nicht das Kriegsende die „Stunde Null“ – sondern eben jener 23. Februar 1945 und die unmittelbare Zeit danach. Sie siedeln in einer Hanglage gegenüber dem vom Krieg weitgehend verschonten Eutingen, der damals noch selbstständigen Gemeinde. Es ist die Geburtsstunde des Mäuerach, zunächst Kleingartenanlagen, Selbstversorger aus Not, in der ersten Zeit ohne fließend Wasser und Strom. Die Bewohner schließen sich zu einer Siedlergemeinschaft zusammen – „es war schon etwas wie im Wilden Westen“, sagt Gerhard Maulbetsch (69). Seit 1950 lebt er im Mäuerach, ist wie Bernd Zilly (68) Gründungsmitglied in der ideellen Nachfolge der Siedlergemeinschaft, dem Bürgerverein.

Der feiert am Wochenende sein 25-jähriges Bestehen. Über die Hälfte der knapp 300 Mitglieder des Vereins sind Frauen und Männer der ersten Stunde. Sie erinnern sich noch genau – wie der seit zwölf Jahren amtierende Vereinsvorsitzende Zilly und Maulbetsch, Schatzmeister von Beginn an – an die Probleme, die den Bewohnern des offiziell zu Eutingen gehörenden Teil-Stadtteils derart auf den Nägeln brannten, dass sie einen Verein gründeten, der, gemessen an der Bevölkerungszahl – rund 1600 Einwohner –, der größte Bürgerverein in Pforzheim sein dürfte.

„Dort drüben“, sagt Zilly, und deutet aus dem Garten seines Hauses an der Meisenstraße in Richtung Wald, der zwischen Mäuerach und Altgefäll liegt, „wollten sie eine Menge Bäume roden und Hochhäuser bauen.“ Es wurde zum Glück und dank des Protests der Bürger nichts daraus – ebenso wenig die geplante Bebauung des Spielplatzes bei der evangelischen Kirche mit so genannten Öko-Häuser. Das war im Vorfeld der Landesgartenschau 1992. „Welcher LGS-Tourist wäre denn wegen den paar Häusern zu uns vom Enzauenpark hochgefahren?“, sagt Maulbetsch und schüttelt den Kopf. Auch der angedachte Rückbau der Kanzlerstraße zu einem Fuß- und Radweg wurde fallengelassen, gleichfalls der Bau einer Müllverbrennungsanlage im Enzvorland. „Nicht auszudenken“, sagt Zilly, der im übrigen schon vor einem viertel Jahrhundert mit dem Gedanken spielte, sich aktiv in die Kommunalpolitik einzubringen – was den späteren Stadtrat der Unabhängigen Bürger anfangs hinderte, einen Vorstandsposten im Verein einzunehmen.

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“.